* Der Oelder
Gastronomieführer*
Gastronomie - Essen und
trinken in Oelde
Was Leib und Seele zusammenhält ...
Kluge Köpfe wollten's einst genau
wissen: 95 Kneipen und Ausschankstellen soll es bis zum 2. Weltkrieg
in Oelde gegeben haben. Aber wenn sich diese Zahl schließlich
auch als freundliche Übertreibung herausstellte, so bleibt
unbestritten, das hierzulande noch die alte Volksweisheit gilt:
"Iäten und Drinken häolt Lief un Siäle bineen".
Allabendlich trifft man gutgelaunte Gäste,
die sich an der Theke ihres Stammlokals festhalten, mit Körnchen
und einem oder auch mehreren Bieren den Durst des Tages löschen.
Dabei plaudern Sie miteinander oder mit geduldigen Wirtsleuten
über Gott und die Welt - vom Wetter, vom Ratsbeschluß,
von Straßen und Wegen, von Nachbars Freud und Leid. Rustikale
Gaststätten nach Altväter-Art, Kamine, an deren knisterndem
Feuer sich behaglich zechen läßt, das ist auch heute
noch eine ganz und gar romantische Gastlichkeit. Auf der Karte
stehen die noch und wieder beliebten, oft mit viel Phantasie verfeinerten
Gerichte aus Omas Kochbuch. Töttken, Wurstbrot, große
Bohnen mit Speck, Grünkohl mit Mettwurst und Sauerkraut,
Schinken und Pumpernickel, Panhas, Knabbeln und Möppkenbrot:
Lukullus spricht platt im Münsterland, wie es kürzlich
einer trefflich formulierte. Das schließt nicht aus, daß
man sich in Oelde auch gutbürgerlich verwöhnen lassen
oder in gepflegten Speiserestaurants vorzügliche Gerichte
der internationalen Küche genießen kann.
Das wohl älteste Ackerbürgerhaus,
Geiststraße 6, wurde vor seinem Verfall denkmalgerecht restauriert
und ist als Gaststätte nun ein beliebter Treffpunkt im Herzen
der Stadt. Ein anderes Fachwerkhaus ist in seine einzelnen Bauteile
zerlegt und an historischer Stelle wiederaufgebaut worden - jetzt
ebenfalls eine rustikale Stätte der Gastlichkeit. So sorgt
eine vernünftige Nutzung für neues Leben in alten Mauern
und ermöglicht die Erhaltung altmünsterländischer
Bausubstanz.