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Börsenbericht vom 02.10.2007
Die internationalen Aktienmärkte konnten in der letzten Woche - allen
Unkenrufen zum Trotz - weiter leicht zulegen und sich stabilisieren. Obwohl
die Misere am Immobilienmarkt noch nicht ausgestanden ist und auch der
ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan am vergangenen Freitag erneut
davor warnte, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA
erhöht habe, legten die großen Indizes weltweit zu. Belastungsfaktoren wie
Euro und Ölpreis auf Rekordniveau scheinen Anleger derzeit zu ignorieren,
der Dax stieg in der letzten Handelswoche um 0,9%. Europäische Aktien des
EuroStoxx50 gewannen knapp 0,3%. Auch in den USA vertrauen Investoren auf
einen Schub durch die Notenbank - Aktien des Dow Jones verteuerten sich in
den letzten fünf Handelstagen um ca. 0,6%.
Seit Jahresanfang - und damit in den ersten drei Quartalen - legte der Dax
um gut 19% zu, europäische Aktien des EuroStoxx50 um etwa 6%. Anleger, die
in Papiere des amerikanischen Dow Jones investierten, dürfen sich über einen
Gewinn von gut 11% seit Jahresbeginn freuen.
Nach 2 schwachen Wochen schlossen die internationalen Rentenmärkte im
Wochenvergleich wieder etwas fester. Der für den deutschen Rentenmarkt
richtungweisende Dezemberkontrakt des Bund Future schloss mit 112,54 Punkten
7 Ticks über dem Schlusskurs der Vorwoche. Die Rendite von 10-jährigen
Bundesanleihen reduzierte sich von 4,36% p.a. auf 4,33% p.a. 10-jährige
US-Staatsanleihen rentierten zum Wochenschluss mit 4,59% p.a. 3 Basispunkte
tiefer als eine Woche zuvor. Die letzte Woche stand im Zeichen der
Stimmungsindikatoren wie dem Verbraucher- und dem Unternehmensvertrauen
sowie dem Economic Sentiment Indicator (ESI). In Deutschland wurde der
ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht und in den USA standen das
Verbrauchervertrauen des Conference Board sowie der Universität Michigan und
der Chicago Einkaufsmanagerindex an.Bis auf den Chicago
Einkaufsmanagerindex, der überraschend stieg, deuteten alle
Stimmungsindikatoren auf eine Eintrübung des Sentiments hin, die nicht
zuletzt durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten bedingt ist. Die "harten" Konjunkturdaten fielen gemischt aus. Im Euroraum sind die Auftragseingänge
in der Industrie im Juli schwächer als im Vormonat gewesen, in Deutschland
waren die Einzelhandelsumsätze im August überraschend rückläufig und in den
USA wurden schwache Immobilienmarktdaten veröffentlicht. Positiv hingegen
waren die Arbeitsmarktdaten aus den USA und Deutschland.Die US-Erstanträge
auf Arbeitslosenunterstützung fielen erneut geringer als erwartet aus und
die Arbeitslosenquote in Deutschland sank im September auf ein mehrjähriges
Tief.
An den europäischen Rentenmärkten werden in dieser Woche die
Zinsentscheidungen der EZB und der Bank of England im Mittelpunkt des
Interesses stehen. Zwar ist aufgrund der noch immer angespannten Lage an den
Geldmärkten nicht mit einer Änderung der Leitzinsen zu rechnen, doch wird
die Einschätzung der Lage durch die Zentralbanken und die Hinweise auf die
künftige Geldpolitik große Beachtung finden. Wir rechnen allerdings nicht
mit einer klaren Positionierung der Zentralbanken. Die EZB dürfte darauf
verweisen, dass weitere Daten abzuwarten sind und sich die Geldpolitik noch
immer auf der akkommodierenden Seite befindet, um sich eine Tür für weitere
Zinserhöhungen offen zu halten. Die Marktwirkung der Zinsentscheidung sollte
daher nur moderat sein. Größeren Markteinfluss könnten die
US-Konjunkturdaten haben. Neben dem ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe
und den Immobilienmarktdaten werden die Arbeitsmarktdaten große Beachtungfinden. Mit Spannung bleibt abzuwarten, ob dem negativ ausgefallenen
Arbeitsmarktbericht für den August eine weitere negative Überraschung im
September folgt. Sollte sich eine dauerhafte kräftige Abkühlung am
Arbeitsmarkt andeuten, dürften die Zinssenkungserwartungen in den USA weiter
steigen, was sich positiv in den Kursen der Staatsanleihen widerspiegeln
sollte.
Börsianer honorieren derzeit die Geldpolitik der US-Notenbank und setzen
ganz klar auf ein weiter entschiedenes Eingreifen der Währungshüter
weltweit. Von daher dürften die volkswirtschaftlichen Daten und die beiden
Notenbankentscheidungen im Fokus der Anleger in dieser Woche stehen. Sollten
diese positiv ausfallen, könnten die Daten den Markt weiter beflügeln.
Auch technisch hat sich die Lage etwas entspannt, wenngleich die
Unsicherheit weiter besteht. Darauf weisen die Schlusskurse der letzten
Woche hin, die an mehreren Tagen im Bereich der Eröffnungskurse lagen. Aus
technischer Sicht könnten die alten Höchststände wieder getestet werden,
wenn das Umfeld der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen dies weiter
ermöglicht. Kurzfristig sollte die Marke von 7.500 Punkten den Dax nach
unten absichern. Privatanlegern wird die Aktie von BHP Billiton zum Kauf
empfohlen.
Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
Ihre
Verantwortlich: Commerzbank Aktiengesellschaft
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