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Sehr volatil ging es auch in der vergangenen Woche an den internationalen Kapitalmärkten zu. Die hektischen Aktivitäten und die hohen Kursschwankungen zeigen, wie verunsichert Investoren derzeit sind. Die Furcht vor einem Übergreifen der Krise am US-Hypothekenmarkt auf andere Regionen und Segmente hinterließ auch am deutschen Aktienmarkt Spuren. Erholungstendenzen wurden bereits im Ansatz aufgehalten, so dass der Dax im Wochenverlauf 0,2% schwächer notierte. Europäische Standardtitel des EuroStoxx50 verloren in den vergangenen Handelstagen knapp 0,4%. In den USA gab der marktbreite Index S&P 500 etwa 1,8% nach – und das bei sehr hohen Volumina. In Japan gab der Nikkei 225 nach einigen turbulenten Tagen zum Wochenschluss 1,8% ab. Auch in Japan sind die jüngsten Verluste mit der Furcht vor der Krise am US-Hypothekenmarkt zu erklären.
Die Frage, die sich europäische Anleger derzeit stellen, lautet, inwieweit hiesige Unternehmen von der Subprime-Krise betroffen sind. In der vergangenen Woche erschütterte insbesondere die drohende Schieflage der IKB den Markt. Fakt ist, dass sich Anleger derzeit bei Finanztiteln zurückhalten, solange nicht jede Bank ihr Risiko im US-Markt explizit beziffert hat.
Im Fokus standen letzte Woche die Zahlen der Deutschen Bank, deren Nachsteuergewinn um 30% gestiegen ist. Bereinigt um Einmalerträge konnten die Markterwartungen um 5-6% übertroffen werden, wobei alle Geschäftsbereiche zum guten Ergebnis beitrugen.
Nach einer Berg- und Talfahrt schlossen die internationalen Staatsanleihenmärkte in der vergangenen Woche fester. Erneut war es die Krise am US-Immobilienmarkt, die die Rentenmärkte in Atem hielt. Diese hat zu einer deutlichen Ausweitung der Creditspreads geführt. Vor allem Unternehmen aus dem Finanzsektor, bei denen größere Engagements im US-Subprime-Markt vermutet werden, waren davon betroffen. Die veröffentlichten Konjunkturdaten fanden nur wenig Beachtung. Der schlechter als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktbericht aus den USA wirkte am Freitag stützend auf Staatsanleihen. Ebenso führten die Verluste an den Aktienmärkten zur Umschichtung in sichere Anlagen. Einen leicht negativen Einfluss auf die europäischen Rentenmärkte hatte die Zinsentscheidung der EZB. Zwar wurde der Leitzins erwartungsgemäß bei 4% belassen, EZB Präsident Trichet bestärkte jedoch in der anschließenden Pressekonferenz die Markterwartungen für eine Zinserhöhung im September.
In den USA wird in dieser Woche die Zinsentscheidung der Fed im Mittelpunkt des Interesses stehen. Die Zinssenkungserwartungen haben sich in den letzten Wochen deutlich erhöht, selbst einer Lockerung der Zinsen in diesem Jahr räumt der Markt noch gute Chancen ein. Äußerungen aus Zentralbankkreisen lassen jedoch darauf schließen, dass nicht mit einer baldigen Leitzinssenkung zu rechnen ist. Neben der Zentralbanksitzung steht die Bekanntgabe der vorläufigen Entwicklung der Lohnstückkosten außerhalb der Landwirtschaft an. Diese dürften im zweiten Quartal etwas stärker als im Vorquartal gestiegen sein und somit die Fed in ihrer abwartenden Haltung bestätigen.
Im Euroraum stehen in dieser Woche neben dem EZB-Monatsbericht nur wenige wichtige Veröffentlichungen an. In Deutschland sollten die Auftragseingänge in der Industrie und die Exporte im Juni für eine positive wirtschaftliche Entwicklung sprechen. Auch die Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt für das 2. Quartal in Italien und die Daten zur Industrieproduktion in Frankreich im Juni dürften für ein weiterhin robustes Wirtschaftswachstum sprechen.
Das fundamentale Umfeld an den Akteinmärkten spricht nach wie vor für mittelfristig weiter steigende Kurse. Um 10% ist der Dax in den letzten Wochen eingebrochen, so dass ein Großteil der Korrektur bereits hinter uns liegen dürfte. Der Gewinntrend der Unternehmen ist weiter intakt, auch Übernahmeaktivitäten könnten mittelfristig wieder zunehmen. Selbst wenn die Geschwindigkeit des Kursanstiegs geringer wird, sollten Anleger die momentane Kursschwäche sukzessive für Aktienkäufe nutzen. Allerdings müssen sich Anleger auf größere Schwankungen einstellen. Die Risiken wie der hohe Ölpreis, der schwache US-Dollar oder die Krise bei den gering besicherten Immobilienkrediten in den USA bleiben im Blickfeld.
Kurzfristig gewinnt die technische Betrachtung an Bedeutung, da der Dax den kurzfristigen, seit März 2007 bestehenden Aufwärtstrend gebrochen hat und bis an die Unterstützungslinie bei 7.400 Punkten abgerutscht ist. Ein Bruch dieser Marke ist durchaus vorstellbar, dafür sprechen u.a. eine nachlassende Aufwärtsdynamik sowie eine nur schleppende Erholungsbewegung in der letzten Woche. Im Bereich von 7.050 Punkten befindet sich eine Unterstützungslinie, die derzeit von der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bestätigt wird. Privatanlegern wird die Aktie der Allianz zum Kauf empfohlen.
Eine schöne und erfolgreiche Woche wünscht Ihnen
Ihre
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