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Nachdem das US-Arbeitsministerium am vergangenen Freitag unerwartet schwache Arbeitsmarktdaten für den Monat August bekannt gab, gaben die internationalen Aktienmärkte deutlich nach, so dass der Wochenverlust größtenteils aus der Kursentwicklung von Freitag resultiert. Der Dax fiel binnen fünf Handelstagen um 2,6%, europäische Standardtitel des EuroStoxx50 gaben sogar um 3,1% nach. Sorgen um die weitere Entwicklung der Konjunktur waren auch der Grund für den Kursrückgang an den amerikanischen Börsen – so beendete der marktbreite S&P 500 Index die letzte Woche mit einem Minus von 1,4%, der technologielastige Nasdaq Composite gab in ähnlichem Umfang nach.
Zum Wochenausklang legten die internationalen Rentenmärkte nochmals deutlich zu. Der für den deutschen Rentenmarkt richtungweisende Dezember-Kontrakt auf den Bund Future stieg im Wochenvergleich um 122 Ticks auf 114,46 Punkte. Die Rendite von 10-jährigen Bundesanleihen reduzierte sich um 120 Basispunkte auf 4,122%. Die mit Spannung erwartete EZB-Ratsitzung hatte in der letzten Woche kaum Markteinfluss. Die Entscheidung der Zentralbank, den Leitzins bei 4% zu belassen, war im Vorfeld erwartet worden. Die Unsicherheit war allerdings etwas größer als in den vergangenen Monaten, da Zentralbank Präsident Trichet nach der letzten Sitzung eine Zinserhöhung im September angekündigt hatte. Aufgrund der Turbulenzen der letzten Wochen an den Finanzmärkten im Zusammenhang mit der US-Subprimekrise verzichtete die EZB jedoch auf die Erhöhung, obwohl nach Ansicht der Zentralbank die Inflationsgefahren noch nicht gebannt sind. Ebenfalls aufgrund der Kreditmarkt-Krise beließ die Bank of England bei ihrer turnusmäßigen Sitzung in der letzten Woche den Leitzins unverändert bei 5,75%. Die Konjunkturdaten der letzten Woche fielen insgesamt gemischt aus. Während die Einkaufsmanagerindizes aus dem Euroraum, Deutschland und Großbritannien auf hohem Niveau verblieben, wiesen die Auftragseingänge in der deutschen Industrie auf eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik hin. Auch das konjunkturelle Bild in den USA zeigte sich gemischt. Neben den schwachen Arbeitsmarktdaten enttäuschten auch die Daten vom Immobilienmarkt.
In den USA werden in dieser Woche die Einzelhandelsumsätze, die Industrieproduktion und die vorläufigen Daten zum Verbrauchervertrauen der Universität Michigan die meistbeachteten Konjunkturdaten sein. Mit Spannung bleibt abzuwarten, ob nach den Arbeitsmarktdaten vom Freitag weitere negative Konjunkturdaten auf eine baldige Leitzinssenkung in den USA hinweisen. Die soliden Autoverkäufe im letzten Monat sprechen allerdings gegen eine Verunsicherung der Konsumenten und einen Einbruch der Einzelhandelsumsätze. Ebenso wird ein Schwungverlust in der US-Industrie nicht erwartet.
Im Euroraum stehen in dieser Woche nur wenige relevante Konjunkturdaten auf der Agenda. Die Daten zur Industrieproduktion dürften auf eine weiterhin positive Tendenz in diesem Sektor hinweisen. Allerdings ist die Entwicklung differenziert zu betrachten. Während Deutschland und einige kleinere EWU-Länder in den letzten Jahren von moderaten Lohnkostenzuwächsen profitieren konnten, haben Frankreich, Spanien und Italien mit einem Wettbewerbsfähigkeitsverlust zu kämpfen. Zudem wird die endgültige Entwicklung der Verbraucherpreise im August veröffentlicht. Da bereits die vorläufigen Daten nur auf einen moderaten Preisanstieg hingewiesen haben, sind keine negativen Überraschungen zu erwarten.
Die bereits heute Nacht veröffentlichten Wachstumszahlen aus Japan dürften zu Beginn der Woche stützend auf die Rentenmärkte wirken. Der Datenveröffentlichungskalender im Euroraum ist in dieser Woche recht leer und von den wenigen Daten sind keine Überraschungen zu erwarten. Die Markteilnehmer werden ihre Aufmerksamkeit daher auf die Konjunkturdaten aus den USA richten. Hier sind es insbesondere die Einzelhandelsumsätze und die Daten zum Verbrauchervertrauen, die von Interesse sind. Sollten die Zahlen, wie die Arbeitsmarktdaten der letzten Woche, enttäuschen, werden sich die Zinssenkungserwartungen weiter erhöhen und den positiven Trend der letzten Wochen an den Rentenmärkten untermauern. Daneben werden die Nachrichten von den Kreditmärkten weiterhin große Aufmerksamkeit finden.
Die Auswirkungen der Subprimekrise werden auch in der laufenden Woche ein wesentlicher Faktor für die Kursentwicklung sein. Die Frage, die es zu beantworten gilt, lautet: Inwieweit weiten sich die Probleme am US-Hypotheken- und Immobilienmarkt auf die gesamte Volkswirtschaft aus? Bremst die Krise die Konjunktur stärker als bislang vom Konsens erwartet, besteht das Risiko, dass auch die Gewinnerwartungen an Unternehmen außerhalb des Finanzsektors zu optimistisch sind.
Charttechnisch behalten die schon mehrmals genannten Marken weiter ihre Gültigkeit, so sollte die Marke von etwa 7.000 Punkten für den Dax durchaus nochmals ins Visier genommen werden. Insgesamt dürfte der Aktienmonat September von anhaltend hoher Volatilität gekennzeichnet sein: Rezessionsängste, erste Gewinnberichterstattungen der US-Broker und der große Verfallstermin am 21. September (oft trendbestätigend zum Quartalsverlauf) machen einen nochmaligen Kursrückgang um bis zu 5% möglich. Ein nachhaltiges Unterschreiten der Marke von 7.000 beim DAX ist unwahrscheinlich. Die Triade DAX, Dow und Nikkei wird am Jahresende höher stehen. Unsere Kursziele erscheinen heute ambitioniert, geben aber als Orientierungspunkt die Richtung auf dem Weg zu mittelfristig deutlich höheren Aktienkursen vor. Ähnlich wie 1995 und 1998 wird sich ex post die aktuelle Kurskorrektur wahrscheinlich als Zwischenschritt zu neuen Allzeithochs (USA/Deutschland) herausstellen. Privatanlegern wird die Aktie der Allianz zum Kauf empfohlen.
Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
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