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Börsenbericht vom 22.10.2007
Woche vom 22.10. bis 26.10.2007
Die internationalen Aktienmärkte verloren in der vergangenen Woche deutlich
an Boden, nachdem von Unternehmensseite einige schlechte Nachrichten zu
vermelden waren. Die Flucht in sichere Anlagen hielt die ganze Woche über
an, so dass Gewinnmitnahmen bei Aktien im Vordergrund standen. Steigende Ölpreise sowie ein Dollar, der sich auf Talfahrt befindet, taten ihr Übriges. So verlor der Dax binnen fünf Handelstagen rund 2% an Wert,
europäische Standardtitel ermäßigten sich um 1,5%. Mit einem Abschlag von über 4% waren die dreißig Titel des Dow Jones Index negatives Highlight der
letzten Berichtswoche. Die vergangene Woche verlief positiv für Staatsanleiheninvestoren.
Der für
den deutschen Rentenmarkt richtungweisende Bund Future beschloss die Woche
mit 113,66 Punkten - 202 Basispunkte höher als am Freitag der Vorwoche. Die
Rendite von 10-jährigen Bundesanleihen reduzierte sich um 20 Basispunkte auf
4,23% p.a. 10-jährige US-Staatsanleihen rentieren zum Wochenschluss mit
4,39% p.a. gegenüber 4,68% p.a. am Freitag der Vorwoche. Schlechte
US-Konjunkturdaten stützten die internationalen Rentenmärkte in der
vergangenen Woche. Der NAHB Wohnungsmarktindex fiel auf ein Rekordtief, die
Wohnungsbaubeginne im September wiesen auf ein Anhalten der Schwäche am
Immobilienmarkt hin und die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung
stiegen unerwartet stark.
Im Euroraum standen kaum marktbewegende Daten auf
der Agenda. Etwas Beachtung fand der ZEW-Index. Zwar ist dieser entgegen den
Erwartungen im Oktober nicht weiter gefallen. Die Tendenz, dass die Mehrzahl
der befragten Finanzanalysten in den nächsten 6 Monaten eine ruhigere
Gangart der Konjunktur als im vergangenen Halbjahr erwartet, bleibt jedoch
bestehen. Am Freitag erfuhren die Rentenmärkte nochmals einen deutlichen
Kursschub.
Negative Unternehmensmeldungen aus den USA erhöhten die
Rezessionsängste, ließen die Kurse an den Aktienmärkten fallen und
veranlassten Anleger in sichere Staatsanleihen umzuschichten.
Bevor in der nächsten Woche die US-Leitzinsentscheidung, die Zahlen zum
US-Bruttoinlandsprodukt im 3. Quartal und der ISM-Index anstehen, herrscht
auf der Datenseite in den USA eher Flaute.
Die meist beachtetste
Datenveröffentlichung dürften die Auftragseingänge für langlebige Güter
sein, die ein wichtiger Indikator für die aktuelle Investitionstätigkeit
sind. Ansonsten stehen neben den wöchentlichen Erstanträgen auf
Arbeitslosenunterstützung und den Zahlen zu den Verkäufen von Neubauten und
bestehenden Häusern keine relevanten Konjunkturdaten auf der Agenda. Wir
erwarten, dass die Zahlen unter dem Strich eher für eine weitere
Leitzinssenkung in den USA sprechen und den Rentenmarkt daher stützen
werden. Im Euroraum ist der Datenveröffentlichungskalender etwas voller. Mit
dem ifo-Geschäftsklimaindex, dem GfK-Konsumklimaindex und ersten Daten zur
Verbraucherpreisentwicklung aus den Bundesländern für Oktober stehen in
Deutschland einige wichtige Veröffentlichungen an. Die Stimmungsindikatoren
sollten eine weitere Eintrübung des Sentiments zeigen und die
Verbraucherpreisentwicklung wird maßgeblich Basiseffekt bedingt über der von
der EZB angestrebten Zielmarke von 2% liegen. In Frankreich wird das
Geschäftsklima im Oktober veröffentlicht und im Euroraum die
Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den
Dienstleistungssektor.
Positive Überraschungen dürften höchstens kurzfristig
negativ auf den europäischen Rentenmarkt wirken. Mittelfristig erwarten wir,
dass die nachlassende wirtschaftliche Dynamik sich positiv auf die
Kursentwicklung von Staatsanleihen auswirken wird.
Die aktuelle Berichtssaison macht derzeit nur wenig Freude. Zwar schneiden
die amerikanischen Unternehmen aus dem Technologiesektor dank des schwachen Dollars
und eines hohen Auslandsanteils am Gesamtumsatz weitestgehend besser ab als
erwartet, die Ergebnisse aus dem Finanzsektor enttäuschten dagegen zumeist.
Nicht zuletzt das ernüchternde Quartalsergebnis des Baumaschinenherstellers
Caterpillar zeigte am vergangenen Freitag, wie sich die derzeitige Situation
am US-Häusermarkt auf die Bilanz auswirkt.
Auch in Europa zeigt sich derzeit
ein gemischtes Bild - hier sorgten vor allem die enttäuschenden Zahlen von
Phillips und Ericsson für Ernüchterung unter den Anlegern.
Nachdem sich der Aktienmarkt in den vergangenen Wochen - ausgelöst nicht
zuletzt durch die Zinssenkung der Fed - nur in eine Richtung auf neue
Allzeithochs bewegt hatte, besinnen sich Investoren derzeit wieder verstärkt
auf die harten Fakten. Das sind nun mal Quartalsergebnisse und der Ausblick
der Unternehmen. Der Markt befindet sich in einer Phase der Korrektur. Diese
dürfte auch in der laufenden Woche anhalten. Auch aus technischer Sicht
könnten uns turbulente Tage ins Haus stehen - denn nach dem Kursrutsch vom
letzten Freitag ist der Dow Jones unter die Unterstützungslinie von 13.700
Punkten gerutscht, wodurch sich die technische Lage weiter verschlechtert
hat und ein Abgleiten bis an die mittelfristige Trendlinie bei ca. 13.200
Punkten wahrscheinlich macht. Im Dax dürfte ein Test der mittelfristigen
Aufwärtslinie bei ca. 7.600 Punkten bevorstehen. Privatanlegern wird die
Aktie von E.ON zum Kauf empfohlen.
Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
Ihre
Verantwortlich: Commerzbank Aktiengesellschaft
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