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/ woche vom 12.02. bis 16.02.2007 /
Die internationalen Aktienmärkte haben eine weitestgehend impulslose
Handelswoche hinter sich. In den letzten fünf Börsentagen gewann der
deutsche Leitindex Dax knapp 0,4% und beendete damit den Handel erstmals
seit November 2000 über der Marke von 6.900 Punkten. Gewinnmitnahmen waren
der Grund dafür, dass auch der europäische Index EuroStoxx50 über einen
knappen Wochengewinn von 0,5% nicht hinaus kam. Der MDax (Mid Cap DAX)
konnte in der letzten Woche erstmals seit Einführung im Jahre 1996 die Marke
von 10.000 Punkten überspringen und liegt seit Jahresbeginn bereits 5,8
Prozent im Plus (Dax: 4,1 Prozent).
Amerikanische Anleger verbuchten in der zurückliegenden Handelswoche leichte
Kursverluste - der Dow Jones gab um 0,6% nach. Der marktbreitere S&P 500
legte gerade einmal 2 Punkte zu und wies im Wochenverlauf lediglich eine
Schwankungsbreite von 10 Punkten auf. Auch in Japan legte die Börse eine
Verschnaufpause ein, das Aktienbarometer Nikkei 225 verlor auf Wochensicht
rund 0,3%.
Seit Juni letzten Jahres legte der Dax um erstaunliche 1.500 Punkte zu, ohne
dabei eine nennenswerte Korrekturphase zu durchlaufen. Nun mehren sich die
Anzeichen, dass nach einer derartigen Haussephase eine moderate
Konsolidierung anstehen könnte. Sofern die Konsolidierung moderat ausfällt -
wovon wir derzeit ausgehen - ist dies für den weiteren Verlauf gesund und
sollte den mittelfristigen Aufwärtstrend bestärken. Die seit Frühjahr 2003
anhaltende langfristige Aufwärtsbewegung ist somit nicht in Gefahr.
An den internationalen Rentenmärkten setzte sich die freundliche Tendenz in
der vergangenen Handelswoche fort. Ausschlaggebend dafür war zum einen die
technische Gegenbewegung auf die Kursverluste seit Anfang des Jahres. Zum
anderen wirkte das Statement nach der Zinsentscheidung der Fed am 31. Januar
nach, gemäß dem ein weiteres Anziehen der Zinsschraube nach 17
Zinserhöhungen in Folge trotz der weiterhin robusten US-Konjunktur
unwahrscheinlich ist. Zum Wochenausklang gaben die Anleihenkurse jedoch
wieder nach.
Noch immer liefert die US-Konjunktur robuste Signale. Der am Montag
veröffentliche ISM-Index stieg überraschend kräftig auf 59,0 Punkte,
allerdings lieferten einzelne Komponenten des Stimmungsindikators -
abnehmende Werte zur Arbeitsnachfrage und zu den Auslandsorders - erste
Anzeichen einer nachlassenden Dynamik. Dies bestätigten im Wochenverlauf
auch die Zahlen zur Produktivität und zu den Lohnstückkosten. Vor diesem
Hintergrund setzte sich die Erholung an den US-Rentenmärkten fort, was sich
unterstützend auf die Auktionen neuer Staatspapiere auswirkte, die recht
erfolgreich verliefen.
An den europäischen Rentenmärkten richtete sich der Blick auf den Ausgang
der EZB-Ratssitzung und insbesondere auf das anschließende Statement des
EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet. Daher verlief der Handel zum
Wochenanfang bei geringeren Umsätzen relativ ruhig, nur unterbrochen durch
die Reaktionen auf einige wenige Konjunkturindikatoren. Zum Wochenanfang überraschte der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone, bereits am Dienstag
wurde dies durch schwache Werte zu den Einzelhandelsumsätzen in Europa bzw.
den Auftragseingängen in der Industrie in Deutschland jeweils für den
vergangenen Dezember wieder relativiert.
Der Rat der EZB beließ den Leitzins wie erwartet bei 3,5%, Jean-Claude
Trichet bereitete die Märkte jedoch mit dem Schlüsselwort "Wachsamkeit" auf
die nächste Zinserhöhung Anfang März vor. Ansonsten war die Stellungnahme
des EZB-Rates wenig verändert, lediglich der Ton war diesmal ein wenig
schärfer.
Obwohl der Markt mittlerweile mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% von
Zinserhöhungen bis auf ein Niveau von 4% ausgeht, bleiben die Volkswirte der
Commerzbank bei der Einschätzung, dass die EZB nach der Erhöhung im März
eine Zinspause einlegen wird. Dafür spricht zum einen die abflauende Tendenz
sowohl bei den Umfragewerten als auch bei den harten Konjunkturindikatoren.
Zum anderen dürfte der Inflationsdruck im Laufe des Jahres deutlich abnehmen
und der EZB somit keinen Anlass geben, den Zinserhöhungszyklus fortzusetzen.
Auf mittlere Sicht ist an den internationalen Rentenmärkten nach dem
Rückschlag zum Wochenausklang wieder Potenzial für Kursgewinne gegeben.
Dieses ist jedoch - vor allem im Euroraum - durch die Geldpolitik der
Notenbanken beschränkt. Die Rendite im Zehnjahresbereich sollte bei den
Bundesanleihen nicht unter 4% und bei den US-Treasuries nicht unter 4,70%
fallen.
Ein weiteres wichtiges Thema für die Kapitalmärkte ist die fortlaufende
Quartalsberichterstattung. In der letzten Woche berichteten u.a. Roche,
Toyota und Canon über das abgelaufene Quartal. Alle Werte behalten wir
weiterhin auf unserer Empfehlungsliste, denn die Zahlen konnten überzeugen.
Negativen Einfluss auf das Marktgeschehen hatte die Gewinnwarnung der HSBC,
die Investoren wegen der Entwicklung bei US-Immobilienkrediten schockte.
Insgesamt verläuft die bisherige Berichterstattung v.a. in Europa recht
freundlich, es gibt nur wenige negative Ausreißer. Trübe Aussichten finden
sich derzeit höchstens im amerikanischen Technologiesektor, wo zwar die
Mehrheit der Konsensprognosen für das letzte Quartal übertroffen wurden, über die Hälfte aller Unternehmen aber die Erwartungen an das laufende
Geschäftsjahr reduziert haben.
Auch wenn die Marke von 7.000 Punkten beim Dax durchaus "getestet" werden
könnte, sehen wir derzeit wenig Chancen, dass diese magische Grenze
nachhaltig überwunden wird. Es fehlt vielmehr an nötigen Impulsen, um den
Aktienmarkt derzeit nachhaltig nach oben zu bringen. Technisch gesehen
liegen die Unterstützungslinien aktuell bei 6.750 bzw. 6.600 Punkten, so
dass eine mögliche Konsolidierung moderat ausfallen sollte. Unter
fundamentalen Bewertungsaspekten ändert sich nichts an unserer positiven
Einschätzung, 7.400 Punkte sind nach wie vor ein realistisches Kursziel für
den deutschen Aktienmarkt auf Jahressicht. Privatanlegern wird die Aktie von
Infineon zum Kauf empfohlen.
Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
Ihre
Verantwortlich: Commerzbank Aktiengesellschaft
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