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In der letzten Woche setzten die internationalen Aktienmärkte ihre Achterbahnfahrt weiter
fort. Belastungsfaktoren wie teures Öl, ein starker Euro und auch gemischte USKonjunkturdaten
gaben schließlich den Anlass, kurzfristig Gewinne zu realisieren. Im
Wochenverlauf gab der Dax ca. 2,4% nach, europäische Standardwerte verloren 2,5%. An
der Wall Street belastete am vergangenen Freitag General Electric mit der Meldung, die
Prognosen zu verfehlen, das Handelsgeschehen. So beendete der Dow Jones die letzte
Woche mit einem Minus von 2,3%.
Sowohl am deutschen als auch am US-Rentenmarkt waren in der letzten Woche leichte
Kursgewinne zu verzeichnen. Die Rendite von 10-jährigen Bundesanleihen sank im
Wochenvergleich um 3 Basispunkte auf 3,92%. 10-jährige US-Staatsanleihen rentierten zum
Handelsschluss am Freitag mit 3,46% gegenüber 3,47% eine Woche zuvor. Die Renditen in
den kurzen und mittleren Laufzeitenbereichen sanken etwas stärker. Steigender
Risikoappetit der Marktteilnehmer und Kursgewinne an den Aktienmärkten setzten die
Rentenmärkte zum Wochenstart zunächst unter Druck. Im Wochenverlauf führten jedoch
wieder schwächelnde Aktienmärkte und eine eher mäßig angelaufene Berichtssaison zu
Kursgewinnen bei Staatsanleihen. Das am Freitag auf den tiefsten Stand seit der Rezession
von 1981/82 eingebrochene Verbrauchervertrauen (Uni Michigan) führte nochmals zu
deutlichen Kursgewinnen und half den Rentenmärkten, die Woche im Plus zu beenden.
Auch wenn sie zu keinen erkennbaren Kursausschlägen führte, stand wieder einmal die
Geldpolitik im Mittelpunkt des Marktinteresses. Die US-Notenbank veröffentlichte das
Protokoll zur letzten Zinsentscheidung, dem zu entnehmen ist, dass die Fed nun deutlich
pessimistischer für die Konjunktur ist als noch zu Jahresbeginn. Eine Stagnation oder
Kontraktion der Wirtschaft im ersten Halbjahr wird nun als wahrscheinlich angesehen und
eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte scheint nicht mehr als sicher zu gelten. Allerdings
gab es nicht wie erhofft Informationen darüber, ob die Zentralbank das Ende des
Zinssenkungsprozesses näher rücken sieht oder ob noch weitere deutliche Zinssenkungen
bevorstehen. Im Euroraum stand die Leitzinsentscheidung auf der Agenda – erwartungsgemäß drehte die EZB nicht an der Zinsschraube und beließ den Leitzins
unverändert bei 4%. EZB-Präsident Trichet machte deutlich, dass die Zentralbank an ihrem
Kurs festhalten und auch bei sich abschwächender Konjunktur nicht zögern werde, die
Inflationsgefahren abzuwehren. Mit einer Zinssenkung ist daher wohl erst zum
Jahreswechsel zu rechnen. Auch in Japan und Großbritannien standen die
Zinsentscheidungen auf der Agenda. In Japan wurde der Leitzins unverändert bei 0,5%
belassen. Die Bank of England (BoE) senkte ihren Leitzins hingegen um 25 Basispunkte auf
5% und begründete den Schritt mit den von der Finanzmarktkrise ausgehenden
Konjunkturrisiken. Wir rechnen damit, dass die BoE im Verlaufe des Sommers die Zinsen
weiter senken wird.
Zum Wochenauftakt werden die US-Einzelhandelsumsätze in den Fokus der
Marktteilnehmer rücken. Steigende Benzinpreise dürften die Umsätze zwar aufgebläht
haben, sodass mit einem leichten Anstieg gegenüber dem Vormonat zu rechnen ist, doch
sollten die Umsätze im Kern weiter stagniert haben. Die Inflationsdaten aus dem Euroraum
und den USA dürften weiterhin einen erhöhten Inflationsdruck zeigen und vom USImmobilienmarkt
ist nichts Positives zu erwarten. Baubeginne und Baugenehmigungen
werden sich im März auf tiefem Niveau stabilisiert haben. In Deutschland wird der ZEWIndex
die meistbeachtetste Datenveröffentlichung sein. Zum dritten Mal in Folge sollten sich
die Konjunkturerwartungen der befragten Finanzanalysten verbessert haben, dafür spricht
vor allem die Erholung an den Aktienmärkten im vergangenen Monat. Dennoch: Der Index
wird tief im negativen Bereich bleiben,
/ woche vom 14.04. bis 18.04.2008 /
d.h. eine deutliche Mehrheit der Befragten erwartet für die kommenden 6 Monate eine
schlechtere Konjunkturentwicklung als im vergangenen Halbjahr. Die konträre Geldpolitik
von Fed und EZB hat dazu geführt, dass US-Staatsanleihen in den letzten Wochen deutsche
Staatsanleihen deutlich outperformt haben. Durch die bislang robuste Entwicklung der
deutschen Wirtschaft bleibt der Druck auf die EZB, die Zinsen zu senken, recht gering. Die in
der kommenden Woche anstehenden Daten werden bestätigen, dass ein Abgleiten der USWirtschaft
in eine Rezession wahrscheinlicher wird und den US-Rentenmarkt stützen. Mit
nennenswerten Kursgewinnen am europäischen Rentenmarkt ist allerdings nur zu rechnen,
wenn die Daten aus den USA deutlich negativ überraschen und sich die Meinung am Markt
wieder durchsetzt, dass sich die europäische Wirtschaft nicht deutlich von den USA
abkoppeln kann.
Auf der Unternehmensseite startete Alcoa traditionell als erstes Unternehmen in die nun
angelaufene Berichtssaison. In dieser Woche werden einige US-Banken wie Merrill Lynch
und Citigroup über ihre Ergebnisse im Startquartal 2008 informieren. Der Konsensprognose
zufolge dürften beide Unternehmen in die Verlustzone gerutscht sein.
Die Aktienmärkte sind inmitten eines Bodenbildungsprozesses. Unter Bewertungsgesichtspunkten
sind die Märkte nach unten weitestgehend abgesichert, ein nachhaltiges
Abrutschen unter die Spanne von 6.200 bis 6.400 Punkte ist somit unwahrscheinlicher
geworden. Ein nachhaltiger Aufwärtstrend sollte sich mit der gesamtwirtschaftlichen
Erholung, die für das 2. Halbjahr 2008 erwartet wird, etablieren. Die Aktienmärkte dürften
dies aber bereits im Vorfeld im Verlauf des 2. Quartals antizipieren. Hintergrund für die
begründete Zuversicht ist auch die neue Qualität der Weltwirtschaft mit einer hohen
Dynamik in den Schwellenländern, die ein klares Gegengewicht zu den USA bilden.
In der langfristigen Betrachtung überwiegen die Chancen einer Aktienanlage. Die
Verarbeitung von Konjunkturszenarien erfolgte in den letzten Jahren immer schneller und in
immer kürzeren Zeitabständen, weshalb es denkbar ist, dass die aktuelle Verarbeitung der
schwächelnden US-Konjunktur nur wenige Monate Zeit in Anspruch nimmt. Wir empfehlen
daher, den Aktienanteil in den Depots zu steigern. Privatanlegern wird die Aktie von MAN
zum Kauf empfohlen.
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