Kletterpflanzen

Kletterpflanzen verschönern mit ihrem himmelwärts strebenden Wuchs so manche hässliche Wand oder kahle Stelle im Garten oder dienen als Sichtschutz zum nahen Nachbarn.

Hochgezogen an Spalieren, Pergolen, Klettergittern, Zäunen oder zum Verkleiden von Lauben und Pavillons geben sie mit ihren Blüten erst den richtigen Rahmen.
Rosen, Hortensien, vielfarbige Clematis, lila oder weiße Wisterien oder auch die einjährigen Kletterkünstler wie Prunkwinden oder die Schwarzäugige Susanne und viele mehr sorgen im Laufe des Sommers für ein zusätzliches und ausdauerndes Blütenmeer im Hobbygarten.

Wir unterscheiden zwischen den mehrjährigen Kletterpflanzen, die einmal gepflanzt bei guter Pflege jedes Jahr wieder von neuem ihre Blütenpracht entfalten und den Einjährigen, die während eines kurzen Sommers sich rasch entwickeln und oft eine erstaunliche Höhe erreichen.

Bei den mehrjährigen sind es wohl die Rosen, die an erster Stelle stehen. Hier unterscheiden wir zwischen mehrfach blühenden und einmal blühenden Rosen. Letztere sind die sogenannten alten Rosen, die zwar sehr intensiv und lange blühen, jedoch nach der ersten Blüte ihre Blühtätigkeit einstellen und erst wieder im darauffolgenden Jahr blühen. Die normale Kletterrose, die ab Juni bis in den Herbst hinein blüht, lässt sich hervorragend an einer Wand oder einem Gerüst hochziehen. Es gibt sie in allen möglichen Farben von rot über rosa bis weiß. Rosen lassen sich gut mit anderen Kletterpflanzen wie Clematis und Geißblatt kombinieren.

Kew Rambler - RamblerrosenDann gibt es die sogenannten Ramblerrosen, die bis zu 10 m hoch wachsen können und sich mit einer Kaskade von einzelnen kleinen Blüten wochenlang im Maiwind schaukeln. Diese Rosen benötigen entweder eine hohe Wand mit einem Gerüst oder können an einen alten Baum gepflanzt werden, den sie, ausgewachsen, vollständig bedecken. Damit sie nicht mit den Baumwurzeln ins Gehege kommen, sollten die Rosen nicht direkt an den Baum gepflanzt werden. Vorteilhaft ist ein größerer Plastiktopf ohne Boden, der in einem Abstand von ca. 1/2 m zum Baum in die Erde versenkt wird und in den die Rose hineingesetzt wird, somit gelangt sie mit ihren Wurzeln nicht in den Wurzelbereich des Baumes. Ich selbst habe in meinem Garten eine Kew Rambler an eine Säuleneiche gepflanzt. Dort ist sie bis in die Spitze des Baumes gelangt und blüht in einem herrlich leichten Rosa mit zartgelben Staubblättern an den langen herunterhängenden Trieben. Diese Triebe dürfen natürlich nicht abgeschnitten werden. Ramblerrosen bekommt man nur im Rosen-Fachbetrieb.

ClematisEin weiterer guter Kletterer ist die Clematis oder Waldrebe, dank ihrer Sortenvielfalt ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ähnlich wie die Kletterrosen erklimmt die Waldrebe „Rubens“ hohe Rankgitter mit einer Fülle anemonenähnlicher Blüten, auch sie kann an einen alten Baum gepflanzt werden. Kleinblütige Clematis benötigen keinen Rückschnitt, jedoch sollten die großblütigen Sorten je nach Blütezeit zurückgeschnitten werden. Einmal im Frühjahr oder Frühsommer blühende Sorten werden nach der Hauptblüte geschnitten. Für die großblumigen Hybriden ist das Frühjahr der beste Zeitpunkt für einen Rückschnitt. Auch die im Sommer und Herbst blühenden Arten werden im zeitigen Frühjahr zurückgeschnitten. Die dünnen Triebe sollten nicht geknickt werden. Es wird direkt über einem Knospenpaar (verdickte Stelle) oder einer Verzweigung geschnitten. Der Fuß jeder Clematissorte sollte beschattet werden. Die Clematis, ursprünglich eine Waldpflanze, liebt einen feuchten, durchlässigen humosen Boden ohne Staunässe. Sie lässt sich auch gut als Kübelpflanze ziehen. Düngen nicht vergessen!

Die Kletterhortensie ist eine ausgesprochene Schattenliebhaberin. Dies hat den Vorteil, dass sie auch an einer dunklen Ecke im Garten gut wächst. Jedoch ist sie nichts für Ungeduldige, denn bevor sie wächst und blüht können einige Jahre vergehen. Aber dann entwickelt sie sich zu ihrer ganzen Pracht und zeigt ab Juni ihre großen weißen Schirmrispen. Im Herbst verfärben sich ihre Blätter gelb und die vertrockneten großen Blütenstände sehen immer noch attraktiv aus. Die Kletterhortensie hat Haftwurzeln, mit denen sie sich an Mauern hochranken kann, sinnvoll ist jedoch ein Draht oder ein Gerüst, damit die schweren Zweige nicht abrutschen können. Sie liebt einen kalkarmen frischen Boden, der nicht zu schwer ist, also, keinen stark lehmhaltigen oder tonhaltigen Boden. Mit einer stattlichen Größe von 10 bis 15 Metern kann sie eine ganze Hauswand erklimmen.

Ein prächtiger Frühblüher unter den Kletterpflanzen ist der Blauregen (Glyzine). An der Hausfassade oder an einer Pergola entwickelt diese starkwüchsige Pflanze ihre volle Pracht. Allerdings benötigt sie eine stabile Rankhilfe, da die kräftigen Triebe auf Dauer beispielsweise Regenfallrohre zerdrücken können. Je nach Sorte können die Blütentrauben bis zu 80 cm lang werden.

Wenig Pflege - große Wirkung, das ist das Geißblatt. Mit einer Höhe von durchschnittlich 4-6 m ist das Geißblatt ein idealer Sichtschutz an Terrassen, Rankgittern oder Spalieren. Das Fuchsienblütige Geißblatt strömt zusätzlich noch einen leicht süßen Duft aus, allerdings erst nach einigen Jahren des Wachstums. Im Herbst verwandeln sich die rot-gelben Blüten in Beeren, die für Menschen giftig, doch für die Vögel Nahrung bieten. Das Geißblatt gedeiht im Halbschatten und in der Sonne, die immergrüne Sorte verliert die Blätter im Winter nicht und verträgt auch einen vollschattigen nährstoffreichen, feuchten Standort.

Der Schling-Knöterich ist an Wuchskraft und -Schnelligkeit allen anderen Kletterpflanzen weit überlegen. Innerhalb von wenigen Monaten hat er bereits eine Hauswand oder Pergola überwuchert. Er windet sich an senkrechten Kletterhilfen in die Höhe, die eine möglichst raue Oberfläche besitzen. Einen jährlichen Rückschnitt verträgt der Knöterich gut, kahle Stellen im unteren Bereich werden somit verhindert. An einem Standort: sonnig bis halbschattig, gedeiht er auf allen Böden, leicht feuchte und nährstoffreiche Böden liebt er besonders. Seine Blühwilligkeit ist enorm, von Juli bis September zeigt er kleine weiße rispenförmige Blütenstände.

Zu erwähnen sind noch die nichtblühenden Kletterer wie Efeu - ein Schattengewächs an einem leicht feuchten Standort und nährstoffreichem Boden, erklimmt er rasch Zäune und sorgt für Blickdichte. Seine langen Ableger vertragen gut einen Rückschnitt. Mit seinen Haftfüßchen kann er ohne Kletterhilfe an der glatten Mauer empor ranken. Es gibt eine enorme Vielfalt von Efeuarten mit traditionell grünen oder gelblich-grünen Blättern oder verschiedenen Blätterformen. Efeu wirft im Winter die Blätter nicht ab und eignet sich optimal zum Sichtschutz. Er zeigt erst nach mehreren Jahren gelbgrüne, duftende Blütenstände, diese erscheinen im Herbst.

Der wilde Wein mit seinem attraktiven Laub ist ein Fassadenschutz, der erst Nach dem ersten Frost verliert der wilde Wein Im Winter seine Blätter übrig bleiben an den kahlen Mauerstellen seine Haftfüßchen. Sie lassen sich nur schwer wieder entfernen, aber im darauffolgenden Frühjahr treibt er wieder neue Blätter aus und verdeckt die hässlichen Stellen. An sonnigen bis halbschattigen Stellen gedeiht er auf allen tiefgründigen Böden. Seine Trauben sind für Menschen ungenießbar, jedoch bei Vögeln begehrt. Er ist robust und verträgt jegliche Art von Verunreinigungen, wie Emissionen, Abgase etc.