Kompostanwendung im Garten
Vorzüglich wachsende Zier- und Nutzpflanzen, gesunde und wohlschmeckende Früchte, dies sind die Ziele einer zufriedenstellenden und erfüllten Arbeit im Haus- und Kleingarten. Dies erfordert jedoch unbedingt einen fruchtbaren Boden.
Die Erde im Garten soll lebendig und gesund sein und eine krümelige, tiefgründig lockere Struktur aufweisen. Wasser, Luft und Nährstoffe müssen für die Pflanzen während ihres gesamten Wachstums bereitstehen. Für all diese Funktionen des Bodens ist ein hoher Humusgehalt unentbehrlich.
Durch die Zier- und Nutzpflanzen und das Bearbeiten des Bodens wird jedoch ständig Humus abgebaut. Einige Gärten weisen darüber hinaus nicht soviel Humus im Boden auf, wie es für bestes Pflanzen- wachstum nötig wäre. Aus diesen Gründen ist eine gezielte Zufuhr organischer Substanz in den Garten so wichtig.
Der Nutzen des Komposts
Der Nutzen hochwertiger Komposte ist wissenschaftlich erwiesen. Im Gegensatz zur bloßen Mineraldüngung wird durch Kompost die Bodenfruchtbarkeit erhalten und sogar verbessert. Gute Komposte können im Garten an die Stelle von Torf treten und weisen sogar eine Reihe wichtiger Vorteile auf:
Gute Komposte
- gleichen den Humusabbau aus und erhöhen den Humusgehalt,
- bringen Leben in den Boden (Intensivierung der Bodenaktivität),
- speichern viel Wasser für die Pflanzen,
- sorgen für eine gute Durchlüftung des Bodens,
- ernähren die Pflanze stetig und harmonisch,
- erleichtern sehr die Bearbeitung durch die krümelige Struktur,
- wirken durch ihren Kalkgehalt gegen Bodenversauerung
und führen dem Boden die Stoffe wieder zu, die ihm durch den Verzehr von Gemüsen und Früchten entnommen wurden.
Manche Böden im Hausgarten sind zu schwer, klutig und unbelebt oder können wegen zu hohem Sandgehalt nicht genug Wasser und Nährstoffe speichern. Werden hier hochwertige Komposte richtig eingesetzt, so bringen diese eine entscheidende Verbesserung des Bodens und machen sich auch in der Qualität der Ernte positiv bemerkbar.
Anwendungsempfehlungen
Gemüse: |
2 bis 3 Liter/m² vor der Ansaat oder dem Pflanzen |
Beerenobst: |
2 bis 3 Liter/m² im Frühjahr |
Blumen: |
bis 5 Liter/m² im Frühjahr |
Rasen: |
1 bis 2 Liter/m² während der Wachstumszeit |
Neuanlage: |
bei sehr schlechtem Boden 10 bis |
Bäume und Sträucher: |
2 bis 3 Liter/m² |
Mulchen: |
5 cm Auflage |
Pflanzloch: |
1 Teil Kompost mit bis zu 5 Teilen Gartenerde |
Blumenerde: |
1 Teil Kompost mit 4 Teilen Erde |
- Gemüse: für Mittel- und Starkzehrer (Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Gurken, Kartoffeln, Kohlrabi, Kürbis, Porree, Rhabarber, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl, Sellerie, Spargel, Tomaten, Weißkohl, Wirsingkohl) vor der Ansaat oder dem Pflanzen
4 bis 5 Liter/m² + Stickstoffgabe (z.B. Hornmehl). - Gemüse: für Schwachzehrer (z.B. Bohnen, Endivien, Erbsen, Feldsalat, Kopfsalat, Möhren, Radieschen, Rettich, Schnittlauch, Petersilie, Zwiebeln) 2 bis 3 Liter/m² vor Ansaat oder Pflanzen .
- Beerenobst: für Erdbeeren und anderes Beerenobst vor dem Pflanzen und als jährliche Bodenpflege mit Düngewirkung 2 bis 3 Liter/m² im Frühjahr.
- Blumen: in Blumenbeeten 3 bis 5 Liter/m² im Frühjahr.
- Rasen: zur Rasenpflege 1 bis 2 Liter/m² während der Wachstumszeit (fein verteilen und einrechen).
- Neuanlage: zur Neuanlage von Pflanzflächen und Rasen während der Wachstumszeit sowie bei sehr schlechtem Boden 10 bis 20 Liter/m² (1 bis 2 cm Auflage) einmalig zur Bodenverbesserung in die oberen 10 bis 20 cm des Bodens einarbeiten.
- Bäume und Sträucher: zur Bodenpflege und Nährstoffversorgung unter Bäumen und Sträuchern 2 bis 3 Liter/m² während der Wachstumszeit einarbeiten.
- Mulchen: zum Mulchen (Bodenabdeckung) unter Bäumen und Sträuchern ganzjährig bis ca. 5 cm Auflage mit nährstoffarmem Mulchkompost.
- Pflanzloch: als Kompostgabe ins Pflanzloch bei Bäumen und Sträuchern in der Regel
1 Teil Kompost mit bis zu 5 Teilen Gartenerde mischen (Mischungsverhältnis nach Herstellerangaben eventl. variieren). - Blumenerde: als Zuschlag zur Herstellung von Pflanzerde für Blumenkübel, Töpfe und Balkonkästen jeweils 1 Teil Kompost mit 4 Teilen Erde und anderen Zuschlagstoffen mischen.
Tipp: Diese Empfehlungen sind gute Richtwerte. Eine Bodenuntersuchung und die damit meist verbundene Düngeempfehlung gibt genauen Aufschluss über den Boden im Hausgarten. Sie ist in der Regel preiswert und lohnt sich daher immer.
Die beste Wirkung entfaltet Gütekompost, wenn er bei leichten, sandigen Böden bis höchstens 20 cm und bei schweren, lehmigen Böden bis 10 cm Tiefe eingearbeitet wird.
Um den Boden langfristig nicht zu überdüngen, sollten über die Jahre durchschnittlich nicht mehr als 2 bis 3 Liter Kompost je m² im Jahr gegeben werden. Bei höheren Gaben zu Starkzehrern ist im Folgejahr eine Anwendungspause einzulegen.
Eine zusätzliche Düngung und Kalkung kann man sich bei der optimalen Verwendung von Gütekompost sparen. Sie sollte wegen möglicher Überdüngung unterbleiben. Nur Stickstoff sollte bei Mittel- und Starkzehrern in dosierter Menge zugegeben werden (beispielsweise als Hornmehl).
Quelle: INFORMA; Josef Barth

