Die Kübelpflanzen

Nahezu jede Blume eignet sich für Balkon, Terrasse oder die Fensterbank. Ideen gibt es für jede Jahreszeit, mit denen rund ums Haus/Wohnung wunderbare Farbzusammenstellungen gezaubert werden können. Die Zeiten, in denen nur Geranien, Fuchsien oder andere traditionelle Balkonblumen ab Mitte Mai nach den Eisheiligen Einzug in unser Heim und Garten halten sind längst vorbei.

Frühling
Schon im Herbst können Blumenzwiebeln von Tulpe, Narzisse, Krokus, Traubenhyazinthe und Hyazinthe je nach Größe der Zwiebeln, abgestuft tiefer gesetzt und kleine Zwiebeln mehr nach oben, in große Kübel gepflanzt werden. Es gibt heute sogar einfarbig zusammengestellte Kreationen, z.B. alles in weiß oder auch bunt durcheinander (Kiepenkerl, im Fachhandel zu kaufen) mit genauer Pflanzanleitung, die dann im zeitigen Frühjahr der Star auf der Terrasse sind. Die Kästen müssen im kühlen Keller oder in der Garage hell überwintert werden und können dann an geschützter Stelle ab Februar ins Freie.

Ein fröhlicher Primelkasten ist eine frühe Bepflanzung für jeden Standort. Primelchen wollen viel Wasser, also nicht vertrocknen lassen, sonst hängen sie die Blätter. Verblühtes ausschneiden und regelmäßig gießen, einmal wöchentlich Flüssigdünger. Ab Mai dann in den Garten pflanzen, dort blühen sie im nächsten Jahr aufs Neue.

Weitere Frühjahrsblüher für einen Kübel oder Balkonkasten sind Goldlack, Maßliebchen und Vergissmeinnicht. Die Farbzusammenstellung von gelb/braun, hellblau und rosa ist besonders lieblich. Auch hier gilt: Verblühtes ausschneiden, regelmäßig gießen und düngen. Zum Sommer hin können dann Vergissmeinnicht und Goldlack durch Margeriten, Pelargonien oder Heliotrop ersetzt werden.

Dann sind natürlich noch Stiefmütterchen zu nennen und hier besonders die kleinen Hornveilchen, die in einer großen Schale oder Topf dicht an dicht gesetzt wochenlang blühen. Besonders empfehlenswert ist ein verziertes Gefäß, das wirkt sehr romantisch.

Sommer
Im Sommer erntet der Pflanzenliebhaber, was er im Frühjahr geplant, gepflanzt und ausgesät hat. Da das Angebot an verschiedenen Pflanzen aber ab Mai am größten ist, kann er immer noch Änderungen anbringen und Lücken schließen. Bei der Fülle von Kübelpflanzen ist eine Auswahl nach verschiedenen Kriterien anzuraten.

Je nach eigenem Temperament und Aussehen des Hauses oder der Terrasse kann man sich für einheitliche Farbwahl entscheiden oder ein buntes Gemisch von blühenden Pflanzen, unterbrochen durch ruhige grüne Elemente, wählen. Möglich ist alles. Haben Sie einfach Mut. Die Farben in der Natur stimmen sich meist aufeinander ab ohne eigenes Dazutun und selbst, wenn man die Zusammenstellungen willkürlich vornimmt, ist das anschließende Ergebnis oft zufriedenstellend.

Eine üppige Blühwilligkeit bis in den Frost hinein zeigt der sogenannte Dragon Wing, es handelt sich hier um eine große Begonie, die zwar dadurch, dass sie ständig neue Blütenkelche produziert, die alten rasch abstößt und um sich streut. Diese Pflanze ist nichts für Sauberkeitsfanatiker, denn fast täglich muss um sie herum sauber gemacht werden. In einen großen Kübel gepflanzt gerät sie zu ansehnlicher Größe. Sie braucht viel Wasser und alle 14 Tage Flüssigdünger oder einen Langzeitdünger, der bereits bei der Pflanzung in die Erde gegeben wird, dann hat man die ersten Wochen Ruhe. Bitte nur in den frühen Morgenstunden oder in den Abendstunden gießen. Bei großer Hitze ist die Pflanze sehr durstig. Die Blätter sind sehr empfindlich, sobald Wasser auf ihnen steht und die Sonne scheint darauf, gibt es verbrannte Stellen nach dem Brennglas-Prinzip, die nicht schön aussehen. Der Standort ist am besten im Halbschatten.


Für die Sonnenseite eignen sich alle Geraniensorten und Pelargonien, ob stehend in großen Töpfen oder hängende Sorten, die eine ganze Hauswand verschönern können, blühen sie den ganzen Sommer über bis in den späten Herbst hinein.

Der Heliotrop mit seiner hübschen lila Farbe und seinem leichten Vanilleduft eignet sich für einen bunten Kasten bestückt mit dem gelben Husarenköpfchen, weißen Margeriten und knallroten Geranien.

Wer sich südliches Flair auf die Terrasse holen möchte und einen warmen geschützten Platz dafür hat holt sich eine Bougainvillae. Sie muss allerdings gut gepflegt und reichlich mit Nährstoffen versorgt werden und der Sommer sollte heiß und trocken sein. In der Wachstumszeit reichlich gießen. Staunässe vermeiden! Bis August wöchentlich düngen.
Die Schmucklilie oder Agapanthus blüht nur nach kühler Überwinterung. Sie ist eine der attraktivsten Kübelpflanzen. Ihre lila bis weißen Blüten stehen auf meterhohen Stängeln, die von lanzenförmigen Blättern dicht umgeben sind. Die Blätter sind immergrün. Die Blüten erscheinen ab Juli und blühen bis August. Der Agapanthus sollte ziemlich eng in einem Gefäß stehen, nicht zu oft umtopfen. Denn nur gut durchwurzelte, alte Pflanzen blühen reich. Bis August einmal wöchentlich düngen, keine Staunässe, sonst faulen die fleischigen Wurzeln. Die kräftigen Wurzeln der Schmucklilie können das Gefäß sprengen, besser attraktive Übertöpfe wählen. Im Winter hell und kühl stellen, unbeheizte Garage oder Keller (höchstens 8° C), wenig gießen nur soviel, dass die Blätter nicht eintrocknen, dann haben Sie auch im nächsten Jahr viel Freude daran, denn je älter die Schmucklilie ist, desto mehr Blüten bekommt sie.
Auch die Engelstrompete ist ein Hingucker. Da sie sehr schnell wächst benötigt sie einen standfesten Kübel, hübsch sind Kübel aus Ton oder Holz. Die Engelstrompete gibt es in den Farben weiß und orange und rosa. Da sie sehr umfangreich wird kann sie auch gut als Solitärpflanze im Garten stehen. Aber Achtung, sie ist in allen Teilen giftig! Die Blüten enthalten doppelt soviel Giftstoffe wie die Blätter, also Hände weg, wenn kleine Kinder im Haus sind oder zu Besuch kommen.

Für den Schatten oder Halbschatten geeignet sind Begonien, niedrig wachsende oder hängende in einer Ampel, die mit ihren knalligen Bonbonfarben jede dunkle Ecke beleben.
Wem das Spaß macht, der zieht die Begonienknollen ab Februar auf der Fensterbank vor. Eine flache Schale mit Erde füllen, die Knollen hineinlegen und regelmäßig feucht halten. Bis Ende Mai sind sie dann soweit, dass sie ins Freie können. Sie sind äußerst dankbar und blühwillig. Natürlich sind sie auch durstig, also einmal am Tag mindestens wässern, 14-tägig düngen und Verblühtes entfernen.
Viel Freude bereiten die Fuchsien. Sie blühen in den Farben rot, rot-blau, rosa und weiß, als Bäumchen gezogen oder als Hängepflanze im Balkonkasten sind sie den ganzen Sommer hübsch anzusehen. Es gibt sie sogar als winterharte Variante, allerdings nur für gemäßigte Klimazonen. Die Überwinterung ist auch relativ einfach, wenig gießen, bei 6° bis 8° kühl an einem halbdunklen Standort aufbewahren. Im Frühjahr alte und schwache Triebe entfernen, umtopfen und die Jahrestriebe auf 1 bis 3 Augen zurückschneiden. Pflanzen hell stellen. Diese Arbeit lohnt sich natürlich nur bei einem Bäumchen. Die niedrigen Fuchsien kauft man besser jedes Jahr neu im Gartenfachbetrieb.

Herbst
Eine Herbstbepflanzung in Töpfen und Kästen muss nicht kurzfristig angelegt sein. Bei geschickter Auswahl der Pflanzen kann die Bepflanzung bis in den Dezember hinein halten. Angefangen von gelben Chrysanthemen, vielleicht als Unterpflanze ein niedrig wachsender Cotoneaster mit seinen roten Beeren, und einige Gräser über einen Kasten mit groß- und kleinblütigen Astern in pink und violetten Tönen, können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Sonnenblumen eignen sich für einen höheren Kasten, es gibt sie auch buschig wachsend, mit einer Efeu-Unterpflanzung tragen sie den Sommer noch lange in sich.

Winter
Mit Erika und Ginster hat man Blütenschmuck vom Winter bis zum Frühling. Auf frostbeständiges Gefäß achten. Immergrüne Bepflanzungen mit niedrigem Zwergwacholder, Scheinbeere mit roten Beeren und Heidekraut. Die Lücken kann man mit Tannengrün, Tannenzapfen und Kieferzweigen oder Disteln füllen. Bei großen Kübeln können farbliche Gartenkugeln effektvolle Blickfänge sein. Eine Tanne als Christbaum im Kübel behängt mit Futter für die Vögel wie Äpfel, Fettringe und vieles mehr auf der Terrasse aufgestellt, ist ein toller Anblick. Er muss jedoch auch ab und zu gegossen werden sonst trocknet der Ballen aus und im Frühjahr kann er dann im Garten seinen Platz finden.