Der Staudengarten

Unter dem Begriff Staude fasst man alle nicht verholzenden Pflanzen zusammen, die winterhart sind und jahrelang am gleichen Platz überdauern können. Wenn die Horste, wie bei der kleinen Wieseniris zu groß werden, kann man sie bequem mit dem Spaten teilen und an anderer Stelle wieder einsetzen. Unzählige Blumensorten eignen sich für die Anpflanzung eines Staudenbeetes wie: Rittersporn, Lupine,  Phlox, Indianernessel (ist anfällig gegen Mehltau), Sonnenhut, Eisenhut (in allen Teilen giftig), Schafgarbe, Iris, Storchschnabel, Marienglockenblume, Sonnenbraut, Astern, Mohn, Pfingstrosen, Margeriten.

Damit Staudenbeete nicht langweilig wirken, sollten sie in Abstufungen angelegt werden. Ein genauer Plan ist sehr hilfreich. Das heißt, die hoch wachsenden Pflanzen wie Rittersporn oder Eisenhut stellt man in den Hintergrund, sehr vorteilhaft vor einer grünen Hecke oder verschiedenen hohen Sträuchern, die dem Beet einen grünen Rahmen verleihen. Phlox, Goldrute usw. mit einer mittleren Wuchshöhe kommen davor und ganz vorne werden niedrig wachsende Pflanzen wie Ringelblumen, Tagetes etc. platziert. Somit hätten wir bereits einen Anfang. Nun überlegt man sich welche Farben in dem Beet wohl miteinander harmonieren. Hier gibt es eine Vielfalt von Möglichkeiten, die jeder Gartenliebhaber für sich entscheiden sollte, je nach Vorliebe.

Der Maler Emil Nolde hat in Seebüll an der dänischen Grenze seinen berühmten Garten angelegt. In Anlehnung an die benachbarten Bauerngärten hat er ein fulminantes Feuerwerk von leuchtenden Farben zusammengestellt, die er auch in einigen seiner Bilder verewigt hat. Da wachsen tiefblaue Rittersporne neben leuchtendem rotem Mohn, dazwischen setzen Königskerzen gelbe Akzente. Der Garten ist so angelegt, dass von Frühjahr bis Herbst ein buntes Blütenmeer die Sinne verzaubert. Zwischen den Stauden blühen Sommerblumen: Malven, Zinnien, Löwenmäulchen. Kosmeen wurden breitwürfig ausgestreut oder auch vorgezogen und verweben sich zusammen mit den blühenden Stauden zu einem herrlichen Blütenteppich. Bunt ist hier Trumpf. Man muss sich gar nicht so viele Gedanken machen, was zusammenpasst, die Natur regelt die Farben wie von selbst. In meinem eigenen Garten blühen Sommerblumen wie Zinnien und Kosmeen zwischen all den Stauden und ergeben keinen Missklang in der Farbzusammenstellung.

Für die Anlage eines Nolde-Beetes mit einer Länge von 3 m und 1.50 m tief benötigen Sie folgende Pflanzen und eine vollsonnige Lage:

In der hintersten Reihe stehen:
1 Königskerze, Rittersporn 2 x, 1 Schafgarbe, roter Phlox 2 x, 1 Königskerze, 1 Eisenhut
davor die Sommerblumen:
Marienglockenblume, Kosmeen, Marienglockenblume, Malven, Sonnenblume (niedrig) Marienglockenlume.

Die nächste Reihe beginnt mit:
1 roter Phlox, 1 Eisenhut, 1 Türkischer Mohn, 1 Rittersporn, 1 Pfingstrose, 1 Iris, 1 Sonnenbraut, 1 Lupine.

Wieder 1 Reihe Sommerblumen:
Reseda, Dahlien, Kornblumen, Kosmeen, Dahlien.

Dann 1 Reihe mit: Sonnenbraut, 2 Storchschnabel, Sonnenbraut, Sonnenhut 2 x, 1 Türkischer Mohn, Storchschnabel, Goldrute 2 x.

Davor Sommerblumen: Kornblume, Sommermargeriten, Ringelblumen, Sommermargeriten.

Für die Anlage eines „weißen Beetes“ nach der großartigen englischen Gartenarchitektin Gertrude Jekyll genügt eine sonnige und halbschattige Lage.

Wenn im Garten ausreichend Platz ist, kann auch ein sogenannter „weißer Gartenraum“ angelegt werden. In solch einem Raum sind alle Blumen weiß. Im Zusammenklang mit grünen Sträuchern und deren Blätter verleihen sie einem Garten einen herrlichen frischen und sogar eleganten Gesamteindruck. Einen schönen Rahmen bilden Buchsbaumkugeln, Farne an schattiger Stelle oder Funkien mit weißgestreiften Blättern.

Weißblütige Blumen gibt es z.B. bei Lilien, Tulpen, Rosen, Pfingstrosen, Phlox, Glockenblumen, Rittersporn, Iris, Schleierkraut, Nelken, Margeriten zusammen. Zur Auflockerung können Kübel mit einer weißen Engelstrompete und weißem Agapanthus dazwischengestellt werden oder eine Rispenhortensie eingepflanzt. (siehe auch das Kapitel „Sissinghurst Castle“).