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Grabgestaltung früher und heute

Auf alten Friedhöfen, vor allem in Süddeutschland und in Österreich, sieht man sie heute noch, die von Gittern aus Schmiedeeisen umgebenen Gräber mit Bepflanzung. Auch der Grabstein war nicht nur ein Stein, sondern meistens ein Kreuz aus demselben Material. Efeu war das ergänzende Grün, was im Winter auch noch gut aussah.

Neben den üblichen Umrandungen aus Marmor oder Natursteinen zog dann im Laufe des vorigen Jahrhunderts die Heckenbepflanzung auf unseren Grabstätten ein. Das heißt, Gräber wurden nicht mehr mit Gittern oder Steinumrandung eingefasst, sondern mit einer Pflanzhecke entweder aus niedrig wachsendem Taxus oder aus Buchsbaum. Da beide immergrüne Pflanzen sind, die auch im Winter ihre Nadeln bzw. Blätter behalten, gaben sie Raum für eine lebendige Grabgestaltung. Passend zu den Grüntönen konnten auch alle möglichen Bepflanzungen, den Jahreszeiten entsprechend, vorgenommen werden.

Traditionelle Bepflanzungen waren und sind immer noch im Frühjahr die Stiefmütterchen, da sie noch etwas Frost vertragen können. Selbstverständlich können auch Zwiebelpflanzen wie Narzissen und Tulpen im Herbst gesteckt werden, die dann im Frühjahr darauf blühen. Im Mai nach den Nachtfrösten werden meist kleine Begonien gepflanzt. Sie gibt es in allen Rottönen und Weiß. Diese Bepflanzungen eventuell noch ergänzt durch einen kleinwüchsigen Rhododendron oder auch ein Rosenbäumchen erfreuen sich heute noch großer Beliebtheit.

Heute gehen die Friedhofsgärtner ganz andere Wege. Buchs und Taxus sind nach wie vor gefragt, vor allem Buchsbaumkugeln. Grabstätten werden jedoch in geometrische Formen aufgeteilt, die mit einzelnen Elementen bestückt werden. Es werden Felder für Zierkies oder Marmorsplitt angelegt, der verschiedenfarbig eingelegt wird, daneben gibt es Bereiche, die bepflanzt werden können. Somit wird der Pflegeaufwand minimiert und man hat doch etwas Blühendes auf dem Grab, das zu jeder Jahreszeit ausgetauscht werden kann. Grabsteine, nicht nur aus Marmor oder Naturstein, sondern sogar aus Edelstahl sind passend zu der heutigen modernen Grabgestaltung erhältlich. Eine Beratung kann jeder Friedhofsgärtner vornehmen. Dieser wird über die Pflege der einzelnen Materialien Auskunft geben können und die erste Anlage des Grabes auch übernehmen.

Angehörige, die gar keine Grabpflege wünschen, sind gut beraten, eine vollständige Abdeckung des Grabes machen zulassen. Das ist dann Aufgabe eines Steinmetz, der Materialien wie Marmor oder Naturstein für diesen Zweck empfehlen kann.

 
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