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Ungeziefer/Unkraut im Garten

 „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind“ aber auch das Ungeziefer und Unkraut im Garten. Sobald die Tage länger werden und das erste Grün sprießt organisieren sich Blattlaus, Spinnmilben, Rhododendron-Zikaden, Frostspanner und viele mehr zu einer Armee, die nur eine Parole kennt – Pflanzenteile oberirdisch oder unterirdisch anzugreifen. Schnecken

Nach einem harten Winter hofft der Gartenbesitzer zwar, dass diese Plage an ihm vorübergeht. Jedoch haben die Schädlinge bereits im Herbst vorgesorgt für eine neue Attacke. Blattläuse legen ihre Eier auf Pflanzen und Sträuchern ab, die dann bei den ersten Sonnenstrahlen schlüpfen und sich millionenfach explosionsartig auf die neuen Triebe stürzen.

Was ist zu tun?

Vorbeugen ist ein Thema, d.h. Pflanzen nicht zu eng setzen, denn dort, wo Lichtmangel herrscht, fühlt sich die Blattlaus auch wohl. Ausgewogene Düngung ist zu empfehlen, denn starke und gesunde Pflanzen werden weniger befallen, als schwache und kränkelnde. Ein oft empfohlenes Besprühen mit einer Seifenlauge kann ins Auge gehen, vor allem dann, wenn zarte Triebspitzen zu stark befeuchtet werden, die dann zusammen mit den Blattläusen absterben können. Im Garten-Handel gibt es geeignete Mittel gegen starken Blattlausbefall, der gleichzeitig Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen schützt.

Der Rhododendron wird von der Zikade bedroht. Im Herbst legt sie ihre Eier in den bereits ausgebildeten Knospen ab. Der durch die Eiablage eingetragene Pilz legt sich über die Knospen und diese sterben ab. Man erkennt den Befall an den braunen und nicht mehr grünen Knospen. Ein Ausknipsen der Knospen hilft insofern, dass sich kein Nachwuchs mehr bilden kann. Ist die Zikade erst mal heimisch geworden, kann man sogenannte Gelbtafeln über dem Rhododendronstrauch aufhängen oder frühmorgens mit Spruzit (Fa. Neudorff) spritzen. Auch hier hilft eine gute Düngung. Rhododendren als Moorbeetpflanze gedeihen in unseren Breitengraden nur auf „sauren“ Böden mit einem niedrigen pH-Wert zwischen 5 und 6. Ein pH-Wert von 7 ist bereits neutral und nicht geeignet. Mit einer Spezial Rhododendron-Erde wird die Pflanze unterstützt und zeigt keine Mangelerscheinungen wie braune Flecken auf den Blättern.

Am weitesten verbreitet und bekannt ist der Sternrußtau oder Rosenrost auf den Blättern der Rosenstöcke. Wenn die Blätter erst mal befallen sind und keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, kann dies zu einem totalen Blattabfall führen. Die Pflanze ist nicht mehr in der Lage, das für ihr Wachstum so wichtige Chlorophyll aufzunehmen. Neben dem frühzeitigen Besprühen mit einem Pflanzenschutzmittel, und das mehrmals im Vegetationsjahr, ist es ganz wichtig, die bereits befallenen Blätter abzusammeln, damit sie nicht erst auf den Boden fallen. Denn dort nistet sich der Sternrußtau wieder ein und beginnt von neuem sein schädliches Werk. Die abgefallenen Blätter nicht auf den Kompost werfen!! Besser in der braunen Tonne entsorgen. Mit dem Sammeln des Grünabfalls in der braunen Tonne wird der biologische Abfall in der Kompostanlage bei hohen Temperaturen, mindestens 70 Grad, bearbeitet und wird somit frei von schädlichen Erregern. 

Nun zu den größeren tierischen Schädlingen: Hier sind Schnecken, Engerlinge, Wühlmäuse und Maulwürfe zu nennen. Obschon der Maulwurf geschützt ist und nicht verfolgt werden darf, sorgt er doch in unseren Gärten für einige Aufregung. Er beginnt bereits im zeitigen Frühjahr mit seinen Grabungen. Abhilfe ist hier schwer, weil er sich nicht so einfach vertreiben lässt. Im Grunde genommen ist er als Schädlingsvertilger wichtig, seine Nahrung besteht u.a. aus den gefürchteten Engerlingen, die die Wurzeln der Bäume und Büsche anfressen und diese dadurch zerstören. Sobald der Rasen bearbeitet wird, verlässt der Maulwurf die gastliche Stätte. Er ist sehr empfindlich gegen Töne. Manche empfehlen sogar, man sollte täglich einige Male über den Rasen gehen und dort aufstampfen, das würde ihn vertreiben, vielleicht nur  in Nachbars Garten. Wühlmäuse sind schon ein anderes Kaliber. Sie durchwühlen den Boden kreuz und quer durch den Garten. Überall sind ihre Einschlupflöcher zu sehen. Auch sie nagen die zarten Wurzeln von frisch gepflanzten Sträuchern oder Bäumen an und fressen in der kargen Jahreszeit die Zwiebeln von Tulpen und ähnlichen Frühjahrsblühern. Empfehlenswert ist es, vor dem Einpflanzen ein kleinmaschiges Drahtgeflecht um den Wurzelballen zu legen. Auch gibt es Pflanzkörbe für Blumenzwiebeln, die jedoch während der Gartenarbeit störend sind, wenn man beim Harken oder Graben in sie hineinsticht.
Schnecken mit ihrer schleimigen Haut sind besonders widerlich und wegen ihrer Gefräßigkeit vor allem im Gemüsegarten sehr gefürchtet. Da sie hauptsächlich in der Nacht auf Jagd gehen und tagsüber in ihren Erdlöchern bleiben, wundert man sich, warum neu eingepflanzte Gewächse schon wieder angefressen sind. Die besten Erfahrungen habe ich persönlich nicht mit Bierfallen sondern mit Absammeln gemacht. Spätabends oder frühmorgens sammle ich die Nacktschnecken in einen Eimer und entsorge sie mit heißem Wasser. Bierfallen ziehen die Schnecken zwar an, aber sie sagen es weiter, und es kommen immer mehr dazu. Im Fachhandel gibt es Schneckenzäune oder Schneckenkörner.

Die Sprache der Unkräuter

Bevor man an die Unkrautvernichtung geht, erst genau hinschauen, was man ausreißt und vernichtet. Oftmals ist übrigens auch die Vernichtung der Unkräuter einfacher, wenn man weiß, welchen Boden sie bevorzugen. Durch Kalkung oder Ansäuerung und durch die richtige Fruchtfolge lassen sie sich zumindest unterdrücken. Auch wenn es schwer fällt: Chemische Unkrautvernichtungsmittel haben im Garten nichts zu suchen. Die sicherste Methode ist natürlich das regelmäßige Jäten. Wird man dem Wachstum der Unkräuter nicht mehr Herr, bleibt nur noch die Radikalmethode. Das gesamte Beet wird mit schwarzer Mulchfolie bedeckt und die Pflanzen in diese Folie hineingepflanzt. Die Folie unterdrückt durch Lichtmangel den Unkrautaufwuchs. Aber auch diese Folien können keine Wunder vollbringen, denn Unkrautsamen bleibt über viele Jahre im Boden keimfähig und auch Wurzelunkräuter sind nicht so schnell abzutöten.
Wer zeitig im Frühjahr mit dem Jäten beginnt, hat noch die besten Chancen, den Aufwuchs des unliebsamen Unkrautes in Schranken zu halten. Samentragende Unkräuter gehören nur auf den Kompost, wenn die Heißkompostierung gewährleistet ist.

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