Soziales Selbshilfegruppe

Seite ausdrucken
Ihr Ansprechpartner:
Thomas Schomaker
Auf der Brede 21 A
59302 Oelde

Telefon: 0 25 22 / 14 53
Mobil: 0174 172 91 73
e-mail: thomasschomaker@freenet.de

Die Uveitis - das unbekannte Augenleiden

Entzündungen durch Autoimmunreaktionen
Therapie mit Kortison und Immunsuppressiva.

In der Bundesrepublik leiden etwa eine halbe Million Menschen an einer Uveitis. Jährlich kommen ungefähr zehntausend weitere Patienten hinzu. Dennoch ist diese Augenerkrankung in der Öffentlichkeit so gut wie unbekannt. Den Fachleuten gibt sie nach wie vor große Rätsel auf.

Es handelt sich um eine Entzündung der Aderhaut. Diese Schicht liegt unter der Bindehaut und enthält die Blutgefäße, die einen Großteil des Augapfels versorgen. Auch die Regenbogenhaut, die die Pupille umschließt, sowie der Ziliarkörper, an dem die Linse aufgehängt ist, sind betroffen.

Bei der Uveitis kann es sich um eine einmalige Entzündung handeln, die rechtzeitig erkannt und therapiert - folgenlos heilt. Wenn sie chronisch wird, ist eine Erblindung nicht auszuschließen.

Bei etwa 70 bis 90 Prozent der Patienten findet man keinerlei Ursache für die Entzündungen, sie gelten als Autoimmunkrankheit.

Oelde - nach oben

Wahrscheinlich werden Eiweißstrukturen, die im Auge vorkommen, von der Abwehr mit fremden Antigenen verwechselt. Das führt zu Entzündungsreaktionen am Auge. Eine solche Reaktion ist überraschend. Eigentlich verlaufen Abwehrvorgänge, selbst wenn es darum geht, Keime unschädlich zu machen, im Auge vergleichsweise gedämpft, da Entzündungen dort den empfindlichen Strukturen eher schaden als nützen.

Deshalb erhofft man sich von der Erforschung dieser Vorgänge wichtige Aufschlüsse über die Krankheit. Das wurde auf dem ,,Berliner Immunologieseminar" deutlich.

Eine Uveitis läßt sich durch die Injektion eines in der Netzhaut vorkommenden Moleküls auslösen. Dieses Modell erlaubt es, die Entstehung der Erkrankung von Anfang an zu verfolgen. Es hat sich gezeigt, daß es Stoffe in den Gefäßwänden gibt, die im Falle einer Entzündung die im Blut vorbeifließenden Abwehrzellen abfangen und dafür sorgen, daß sie ihren Weg ins Auge nehmen. Wie Pleyer erläuterte, führt eine Blockade dieser Strukturen dazu, daß die Entzündung deutlich abnimmt. Andere Untersuchungen zielen darauf ab, eine Gruppe von T-Zellen zu beeinflussen. Allerdings sind alle diese Konzepte noch nicht so ausgereift, daß sie am Menschen erprobt werden könnten.

Die meisten Uveitiden betreffen die Regenbogenhaut. Sie werden dann als Iritis oder Iridozyklitis bezeichnet. Es handelt sich um die häufigste Form der Augenentzündung.

Oelde - nach oben

Schmerzen, ein hochrotes Auge und Blendempfindlichkeit sind die ersten Anzeichen dieses Leidens.Sie dienen als Alarmsignal, das dazu führen sollte, gegen die Entzündung vorzugehen. Sonst verkleben die fein verästelten Gefäße im Kammerwinkel miteinander. Das behindert den Abfluß des Kammerwassers und birgt die Gefahr, daß in Folge des erhöhten Drucks ein Glaukom entsteht. Verklebt die Iris mit der Linse, kommt es zu kosmetisch störenden Ausbuchtungen der Pupille. Diese plötzlich auftretende Form der Uveitis geht häufig mit der Bechterew'schen Krankheit einher, einer rheumatisch bedingten Versteifung der Wirbelsäule. Meist läßt sich die Entzündung lokal mit Kortisontropfen sowie Substanzen, die den Schließmuskel der Pupille lähmen und weitstellen, eindämmen. Wenn die Tropfen versagen und selbst die Einnahme von Kortison weitere schwere Entzündungsschübe nicht zu verhindern vermag, sind immunsuppressive Mittel wie Methotrexat oder Ciclosporin angebracht.

Die chronische Form der Iridozyklitis wird zwar auf ähnliche Weise behandelt, bereitet aber größere Schwierigkeiten. Das Leiden wird erst bemerkt, wenn sich das Sehvermögen bereits verschlechtert hat.

Das gilt auch für die intermediäre Uveitis, die sich im Glaskörper und in den Gefäßen der Aderhaut abspielt Sie stört den Patienten allenfalls durch Schlieren, die von den entzündlichen Trübungen in dem an sich durchsichtigem Glaskörper herrühren. Bei dieser Variante ist Zurückhaltung angebracht, da ein echter Nutzen der medikamentösen Therapie nicht eindeutig nachgewiesen ist. In bestimmten Fällen kann die Entfernung des Glaskörpers sinnvoll sein. Bei der intermediären Uveitis besteht die Gefahr, daß sich ein Makulaödem entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Schwellung in der Mitte der Netzhaut, genau an der Stelle des schärfsten Sehens. Ein solches Ödem kann schnell zur Blindheit führen. Außerdem besteht bei allen Formen der Uveitis die Gefahr, daß es frühzeitig zu einer Linseneintrübung (Katarakt) oder einem Grünen Star (Glaukom) kommt.

Die Behandlung solcher Folgeschäden bereitetet vor allem bei Kindern Schwierigkeiten. Nach einer Kataraktoperation kann bei Kindern beispielsweise nicht ohne weiteres eine künstliche Linse eingesetzt werden, da dies die Entzündungsschübe womöglich verschlimmert. Wenngleich die Uveitis selten in frühen Jahren auftritt, sind doch an Arthritis erkrankte Kinder besonders gefährdet. Ärzte, die eine solche Rheumaerkrankung bei Kindern diagnostizieren, müssten diese umgehend zum Augenarzt überweisen, was jedoch zu selten oder zu spät geschieht.

Oelde - nach oben

Nur ausnahmsweise läßt sich ein Erreger als Auslöser einer Uveitis identifizieren. Früher waren Syphilis und Tuberkulose mit Abstand die häufigsten Ursachen dieser Augenerkrankung. Inzwischen sind vornehmlich abwehrgeschwächte Aids-Kranke durch seltene Syphiliserreger, Viren oder Parasiten gefährdet. Erschwerend kommt in diesen Fällen hinzu, daß häufig der hintere Augenpol und die Netzhaut betroffen sind. Bei den übrigen Patienten sind nach wie vor Toxosplasmen die am häufigsten anzutreffenden Erreger. Sie führen ebenfalls zu Veränderungen an den hinteren Augenabschnitten.

Mit empfindlichen Nachweisverfahren wie der Polymeraseketten-Reaktion gelingt es immer öfter, Keime im Augenwasser zu indizieren. Inzwischen ist bekannt, daß eine Uveitis auch durch Herpesviren oder Borrelien verursacht werden kann, selbst wenn Hornhautgeschwüre oder Gelenkbeschwerden, die sonst den Weg zu diesen Erregern weisen, fehlen. Wird ein Keim aufgespürt, kann eine antibiotische oder antivirale Therapie die Krankheit heilen. Schließlich ist die Uveitis mitunter ein Vorbote einer Vielzahl innerer Erkrankungen. Das ist etwa bei rheumatischer Gelenkerkrankungen der Fall, aber auch bei Sarkoidose, einer Erkrankung, die vor allem Haut, Lunge und Lymphdrüsen befällt.

Die "Deutsche Uveitis-Arbeitsgemeinschaft", die 1996 als Dachverband aller regionaler Selbsthilfegruppen gegründet wurde, informiert und berät die Betroffenen umfassend über die Erkrankung und die zur Verfügung stehenden Hilfen.
(Martina Lenzen-Schulte )

 

Oelde Startseite

©: Oelder WerbeWerk Karin von Blücher
Am Landhagen 64a, D-59302 Oelde
Tel. 0 25 22 / 8 11 13, Fax: 0 25 22 / 96 03 43
www.oelde.com Email: bluecher@oelde.com

Oelde - nach oben

Soziales
Soziale Einrichtungen (zurück)
  Frauenberatungsstelle
Der soziale Wegweiser
Familienförderung, -pass, -erholung (www.oelde.de)