Humus
und Boden im Garten
Vorzüglich wachsende Zier- und Nutzpflanzen, gesunde
und wohlschmeckende Früchte, das sind die Ziele einer zufriedenstellenden
und erfüllten Arbeit im Haus und Kleingarten. Dies erfordert
jedoch unbedingt einen fruchtbaren Boden.
Die Erde im Garten soll lebendig und gesund sein und eine gare,
krümelige, tiefgründig lockere Struktur aufweisen. Wasser,
Luft und Nährstoffe müssen für die Pflanzen während
ihres gesamten Wachstums bereitstehen. Für alle diese Funktionen
des Bodens ist ein hoher Humusgehalt unentbehrlich.
Durch die Zier- und Nutzpflanzen und das Bearbeiten des Bodens
wird jedoch ständig Humus abgebaut. Einige Gärten weisen
darüber hinaus nicht soviel Humus im Boden auf, wie es für
bestes Pflanzenwachstum nötig wäre. Aus diesen Gründen
ist eine gezielte Zufuhr organischer Substanz in den Garten so
wichtig. 
Der
Nutzen des Kompostes
Der Nutzen hochwertiger Komposte ist wissenschaftlich
erwiesen. Im Gegensatz zur bloßen Mineraldüngung wird
durch Kompost die Bodenfruchtbarkeit erhalten und sogar verbessert.
Gute Komposte können im Garten an die Stelle von Torf treten
und weisen sogar eine Reihe von gewichtigen Vorteilen auf:
Gute Komposte
Manche Böden im Hausgarten sind zu schwer, klutig und unbelebt
oder können wegen zu hohem Sandgehalt nicht genug Wasser
und Nährstoffe speichern. Werden hier hochwertige Komposte
richtig eingesetzt, so bringt dies eine entscheidende Verbesserung
des Bodens und macht sich auch in der Qualität der Ernte
positiv bemerkbar.
Die getrennte Sammlung und Kompostierung
Kompost entsteht aus Rasen-, Hecken- und Baumschnitt sowie aus
Laub und pflanzlichen Küchenresten. Diese organischen Stoffe
werden von vorne herein getrennt eingesammelt, optimal gemischt
und anschließend nach modernsten Verfahren ohne artfremde
Zusätze kompostiert. Dabei wirken in der ersten Kompostierphase
mehrere Wochen lang hohe Temperaturen (bis zu 70° C) gegen
keimfähigen Unkrautsamen und Pflanzenkrankheiten.
Besonders hochwertige Komposte erhalten das RAL-Gütezeichen
"Kompost". Solche Gütekomposte werden ständig
von unabhängigen Labors überprüft, damit sich jeder
auch auf die Gütezeichen-Qualität verlassen kann.
Anwendungsmöglichkeiten
von Gütekompost
Gütekompost ist ein hervorragendes
Bodenverbesserungsmittel mit beachtlicher Düngewirkung. Wegen
seines Nährstoffgehaltes darf er für Einsaaten und zum
Anpflanzen nur mit Boden vermischt verwendet werden. In vorhandenen
Pflanzungen kann er oberflächlich ausgebracht oder leicht
eingeharkt werden.
Spezielle Mulchkomposte mit Gütezeichen enthalten mehr grobes
Strukturmaterial, das sich zudem langsam umsetzt. Sie bilden folglich
für den Boden eine dauerhafte Schutzdecke.
Kompost mit Gütezeichen kann aufgrund seiner wertvollen
Eigenschaften äußerst vielfältig eingesetzt werden.
Er wird verwendet für:
Kompost sollte wegen seiner Kalkwirkung nicht für Moorbeetpflanzen
(Rhododendron und Erica) und Heidelbeeren verwendet werden. Aufgrund
seines Nährstoffgehaltes eignet sich Kompost auch nicht bei
der Anlage von Zier- oder Fischteichen. 
Unsere
Anwendungsempfehlung
Gemüse: Für Mittel-
und Starkzehrer vor Ansaat oder Pflanzen 4 bis 5 Liter/m²
+ verringerte Stickstoffgabe (z.B. Hornmehl)
(Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Gurken, Kartoffeln, Kohlrabi,
Kürbis, Porree, Rhabarber, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl,
Sellerie, Spargel, Tomaten, Weißkohl, Wirsingkohl).
Gemüse: Für Schwachzehrer 2 bis 3 Liter/m²
vor Ansaat oder Pflanzen (z.B. Bohnen, Endivien, Erbsen, Feldsalat,
Kopfsalat, Möhren, Radieschen, Rettich, Schnittlauch, Petersilie,
Zwiebeln).
Für Erdbeeren und anderes Beerenobst vor dem Pflanzen
und als jährliche Bodenpflege mit Düngewirkung
2 bis 3 Liter/m² im Frühjahr.
Für Blumenbeete 3 bis 5 Liter/m² im
Frühjahr.
Zur Rasenpflege 1 bis 2 Liter/m² während
der Wachstumszeit (fein verteilen und einrechen).
Zur Neuanlage von Pflanzflächen und Rasen
während der Wachstumszeit sowie bei sehr schlechtem Boden
10 bis 20 Liter/m² (1 bis 2 cm Auflage) einmalig zur Bodenverbesserung
in die oberen 10 bis 20 cm des Bodens einarbeiten.
Zur Bodenpflege und Nährstoffversorgung unter Bäumen und Sträuchern 2 bis 3 Liter/m² während
der Wachstumszeit.
Zum Mulchen (Bodenabdeckung) unter Bäumen
und Sträuchern ganzjährig bis ca. 5 cm Auflage mit nährstoffarmem
Mulchkompost.
Als Kompostgabe ins Pflanzloch bei Bäumen
und Sträuchern in der Regel 1 Teil Kompost mit bis zu 5 Teilen
Gartenerde mischen (Mischungsverhältnis nach Herstellerangaben).
Als Zuschlag zur Herstellung von Pflanzerde für
Blumenkübel, Töpfe und Balkonkästen jeweils 1 Teil
Kompost mit 4 Teilen Erde und anderen Zuschlagstoffen mischen.
Weitere Anwendungsempfehlungen
Gütekomposte sind in verschiedenen Reifestufen
und Absiebungen erhältlich. Für Ihren Garten empfehlen
wir Ihnen ausgereifte Fertigkomposte. Feiner Kompost (Absiebung
auf ca. 10 mm) ist sehr gut geeignet zur kombinierten Bodenverbesserung
und Düngung sowie zur Beimischung ins Pflanzloch und für
Blumenerde. Gröberer Kompost dient vor allem zum Mulchen,
weil er den Boden länger schützt.
Gütekompost kann das ganze Jahr ausgebracht
werden. Die beste Wirkung entfaltet er, wenn er bei leichten,
sandigen Böden bis höchstens 20 cm und bei schweren,
lehmigen Böden bis 10 cm Tiefe eingearbeitet wird.
Um den Boden langfristig nicht zu überdüngen, sollten
über die Jahre durchschnittlich nicht mehr als 2 bis 3 Liter
Kompost je m² im Jahr gegeben werden. Bei höheren Gaben
zu Starkzehrern ist im Folgejahr eine Anwendungspause einzulegen.
Gütekompost enthält in der Regel mehr
als 30 % organische Substanz, ca. 1 % Stickstoff, 0,6 bis 1 %
Phosphat und 1 bis 2 % Kali in der Trockenmasse. Dazu kommen wertvolle
Gehalte an Magnesium und Kalzium (Kalkwirkung) sowie viele wichtige
Spurenelemente. Eine zusätzliche Düngung und Kalkung
kann man sich bei der optimalen Verwendung von Gütekompost
sparen. Sie sollte wegen möglicher Überdüngung
unterbleiben. Nur Stickstoff sollte bei Mittel- und Starkzehrern
in verringerter Menge zugegeben werden (beispielsweise als Hornmehl).
Tipp: Diese Empfehlungen sind gute Richtwerte.
Eine Bodenuntersuchung und die damit meist verbundene Düngeempfehlung
gibt genauen Aufschluß über den Boden in Hausgarten.
Sie ist in der Regel preiswert und lohnt sich daher immer.
Die
Gütegemeinschaften Kompost
Wer Kompost in seinem Garten verwendet, der erwartet ein
unbedenkliches, gleichbleibendes Qualitätsprodukt mit einer
Beschreibung der Bestandteile und Hinweisen zur richtigen Anwendung.
Um dies zu gewährleisten, wurde die Bundesgütegemeinschaft
Kompost e.V. und die angeschlossenen Regionalgütegemeinschaften
gegründet und ein bundesweites System zu Sicherung und Überprüfung
der Kompostqualität aufgebaut - ähnlich dem PKW-TÜV.
Neutrale Institutionen übernehmen dabei die regelmäßige
Überwachung der Komposte in den Herstellerbetrieben.
Qualitätsbewußte Komposthersteller sind Mitglied in
den Gütegemeinschaften Kompost und verpflichten sich damit,
an diesem System der Gütesicherung teilzunehmen. Nur eine
hochwertige Produktqualität erhält das offizielle RAL-Gütezeichen
"Kompost".
Quelle: Gütegemeinschaft Kompost Region Südwest e.V.,
Ellerstadt, "Kompost mit Gütezeichen für den Hausgarten"
In unserer Umgebung führen sowohl das Kompostwerk in Ennigerloh
wie auch das Kompostwerk
in Gütersloh diese Qualitätskomposte mit
Gütezeichen.