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Seite ausdrucken Alte Oelder Traditionen

Der Pfingstenkranz Pfingstenkranzgemeinschaft St. Joseph Oelde
Pfingstenkranzlieder    
Die Geschichte vom
Oelder "Windgeflüster"
   

Der Pfingstenkranz
Ein altes und einzigartiges Oelder Brauchtum

Die Tradition des Oelder Pfingstenkranzes

Die Tradition des Oelder Pfingstenkranzes geht bis auf den altgermanischen Wotankult zurück, der alljährlich im Monat Mai mit einem Maifest gefeiert wurde. Bei den alten Germanen war Wotan der Gott der Ernte, des Ackerbaus und der Viehzucht, also der Behüter der Landwirtschaft.

Ihm zu Ehren und als Dank wurde ein Maibaum errichtet. Eine Birke, geschmückt mit Blumen und bunten Bändern wurde auf dem Dorfplatz aufgestellt. Die Birke war das Symbol für Fruchtbarkeit und Gesundheit.

Die Tradition des Maibaums wird auch in den nördlichen Ländern, wie Norwegen und Schweden gepflegt. Dort wie hier tanzen Jung und Alt am Abend um den Maibaum herum und singen traditionelle Lieder.

Aus diesem Maifest entwickelte sich in Oelde der sogenannte Pfingstenkranz. Der Pfingstenkranz oder Pfingstenstuhl ist ein pyramidenförmiger aus drei Fitzebohnenstangen zusammengefügter Dreifuß (oder Stuhl), der oben zusammengebunden wird. Er wird mit Blumen und Grünschnitt schön umkleidet und mit bunten Bändern und Fähnchen dekoriert. Das Fest beginnt bereits am frühen Nachmittag, vor allem Kinder hüpfen und tanzen singend um den Pfingstenkranz herum. Später am Abend werden dann junge Leute und die Erwachsenen aktiv.

Der Pfingstenkranz wird vor allem von den Kirchen und Nachbarschaften gepflegt.

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Hier die Texte einiger Pfingstenkranzlieder

Der Bauer steht in der Mitte des Kreises am Pfingstenstuhl und um ihn herum singt der Chor.

O Buer, wat kost' Ju Hei?

Chor:
O Buer, wat kost' Ju Hei? O Buer, wat kost' Ju Hei?
O Buer, wat kost' Ju Kirmeshei, Et gäiht so viel fö Kirmeshei,
O Buer wat kost' Ju Hei?
Bauer:
Min Hei, dat Kost' ne Kraun (Krone), Min Hei, dat kost' ne Kraun,
Min Hei, dat kost' ne Kirmeskraun, Et gäiht so viel fö ne Kirmeskraun,
Min Hei, dat kost' ne Kraun!
Chor:
Ju Hei is viel to düer, Ju Hei is viel to düer,
Ju Hei is viel to kirmesdüer, Et gäiht so viel fö kirmesdüer,
Ju Hei is viel to düer!
Bauer:
Min Hei is nich to düer, Min Hei is nich to düer,
Min Hei is nich to kirmesdüer! Et gäiht so viel fö kirmesdüer,
Min Hei is nich to düer.
Chor:
Nu gifft den Buer ne Frau, Nu gifft den Buer ne Kirmesfrau,
Et gäiht so viel fö ne Kirmesfrau, Nu gifft den Buer ne Frau!
Bauer (zeigt auf ein Mädchen im Kreise):
Dat is min läiwe Frau, Dat is min läiwe Frau,
Dat is min läiwe Kirmesfrau, Et gäiht so viel fö Kirmesfrau,
Dat is min läiwe Frau,

Nun wird dem Bauern der ganze Hof und der Hausstand eingerichtet; man gibt ihm nacheinander Kind, Wagen, Piärd, Ossen, Knächt, Swiepe, Kauh, Magd, Maschine, Pott, Släif, Liäpel, Schinken und Schamiesken. Zum Schluß kriegt er einen Schupps und wird aus dem Kreis hinausgeprügelt.

Im Anschluß an dies plattdeutsche Lied wird meist ein hochdeutsches Lied gesungen. Wieder wird ein Bauer in den Kreis gestellt. Diesmal singt er aber nicht mit. Der Chor beginnt mit dem Lied


O Bauer hast du Geld? Oelde - nach oben

O Bauer, hast du Geld? O Bauer, hast du Kirmesgeld,
Kirmes-, Kirmes-, Kirmesgeld, O Bauer, hast du Geld?
So nehme dir ein Weib So nehme dir ein Kirmesweib,
Kirmes-, Kirmes-, Kirmesweib, So nehme dir ein Weib!

Das vom Bauern ausgesuchte Weib tritt zu ihm in den Kreis

So setzt Euch auf die Erd, So setzt Euch auf die Erd, usw.

So prügel Du Dein Weib, So prügel Du Dein Weib

Steht auf von der Erd' , Steht auf von der Erd'

Marschiert nun aus dem Kreis! Marschiert nun aus dem Kreis!

Unter dem Lachen der Zuschauer mischt sich das Paar wieder unter die Sänger


Guter Freund, ich frage Dir ? Oelde - nach oben

Guter Freund ich frage Dir, Bester Freund was frägst du mir?

Sag' mal, was ist e i n e? Einmal ein ist Gott allein,
Der da lebt, der da schwebt, Im Himmel und auf Erden.

Guter Freund ich frage Dir, usw..
Sag' mal, was ist z w e i e? Zwei Tafeln Moses,
Einmal ein ist Gott allein usw.

Guter Freund usw.
Sag' mal was ist v i e r e? Vier Evangelisten, drei Patriarchen usw.

Guter Freund usw.
Sag' mal was ist f ü n f e? Fünf Gebot' der Kirche, vier Evangelisten usw.

Guter Freund usw.
Sag' mal, was ist sechse? Sechs Krüg mit rotem Wein
Schenkt der Herr zu Kana ein, Zu Kana in Gal'äa, Städtchen in Judäa.

Von hier an wird immer bis auf die 6. Strophe zurückgegriffen.


Wir öffnen jetzt das Taubenhaus Oelde - nach oben

Wir öffnen jetzt das Taubenhaus,
Die Tauben, sie fliegen so froh heraus,
Sie fliegen auf das grüne Feld,
Wo 's ihnen ja so wohl gefällt,
Jetzt kehren sie heim zur süßen Ruh',
Nun schließen wir wieder das Häuschen zu.

Bei diesem Lied wird das sich öffnende und schließende Taubenhaus durch die enger und weiter werdende Kette der Erwachsenen gebildet, während die zwischen den Erwachsenen ein- und auslaufenden Kinder die Tauben sind.


Kroup, Füörsken, düör den Toun Oelde - nach oben

Kroup, Füörsken, düör den Toun, Ich sin swatt un du bis broun,
Jagen wir das Häslein wohl durch den Zaun, Häslein jagen wollen wir -
Kroup, Füörsken, düör den Toun! Der Schneider und die Laus,
Die bauten sich ein Haus, Die Laus, die nahm wohl überhand,
Und warf den Schneider an die Wand! Kroup Füörsken usw.
Schnieder Kurrud (Konrad) wull waol näggen, Aohne Naot, aohne Staot,
Aohne äinen, Siegenbaot! Kroup Füörsken usw.


Ich bin der Fürst von Thoren Oelde - nach oben

Ich bin der Fürst von Thoren,
Zum Spielen auserkoren, Bedienen sollst du mich, bedienen!

Eu'r Gnad aufzuwarten
Mit Würfelspiel und Karten, Euch fürstlich zu bedienen,
Sind wir allhier erschienen, erschienen.

Nun lasset heut wieder
Erschallen frohe Lieder! Vereinigt Euch zum Tanz
Beim Oelder Pfingstenkranz!

Uns hat der Fürst von Thoren
Zur Freude auserkoren, Wir drehen uns im Tanze
Beim Oelder Pfingstenkranze, beim Kranze!

Was hilft mir nun mein hoher Thron,
Mein Zepter, meine Fürstenkron? Was mir mein Regiment?
Ich leg's in ...... Händ.
(Wechsel des Fürsten, das Lied beginnt von vorn)


Der Herr, der schickt den Jäger aus Oelde - nach oben

Der Herr, der schickt den Jäger aus,
Er soll die Birnen schmeißen.
Der Jäger will keine Birnen schmeißen,
die Birnen woll'n nicht fallen,
Der Jäger will nicht sammeln.

Da schickt der Herr das Hündlein aus,
Das soll den Jäger beißen.
Hündlein will keinen Jäger beißen,
Jäger will keine Birnen schmeißen,
Die Birnen woll'n nicht fallen,
Der Jäger will nicht sammeln.

Da schickt der Jäger das Knüpplein aus,
Soll das Hündlein prügeln.
Knüpplein will kein Hündlein prügeln,
Hündlein will kein Jäger beißen,
Jäger will keine Birnen schmeißen,
Die Birnen wollen nicht fallen,
Der Jäger will nicht sammeln.

Da schickt der Herr das Feuer aus,
Soll das Knüpplein brennen.
Feuer will kein Knüpplein brennen,
Knüpplein will kein Hündlein prügeln usw.

Da schickt der Herr das Wasser aus,
Soll das Feuer löschen.
Wasser will kein Feuer löschen,
Feuer will kein Knüpplein brennen usw.

Da schickt der Herr den Ochsen aus,
Soll das Wasser saufen.
Ochse will kein Wasser saufen,
Wasser will kein Feuer löschen usw.

Da schickt der Herr den Metzger aus,
Soll den Ochsen schlachten.
Metzger will keinen Ochsen schlachten,
Ochse will kein Wasser saufen usw.

Da schickt der Herr den Teufel aus,
Soll sie alle holen,
Teufel will wohl Metzger holen,
Metzger will wohl Ochsen schlachten,
Ochse will wohl Wasser saufen,
Wasser will wohl Feuer löschen,
Feuer will das Knüpplein brennen,
Knüpplein will das Hündlein prügeln,
Hündlein will den Jäger beißen,
Jäger will die Birnen schmeißen,
Die Birnen wollen wohl fallen,
Der Jäger will wohl sammeln.


Schönhannchen in der Mühle

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Schönhannchen in der Mühle,
Saß eines Abends kühle
An ihrem Rad und spann.

Kaum war sie angefangen,
Da kam ein Herr gegangen;
Ein Ritter jung und schön.

Ach, Mädchen, hast du Eltern?
Ach, nein ich habe keine!
Komm' mit mir auf mein Schloß!

Als Fürstin sollst du leben,
In Samt und Seide schweben,
Mit Gold und Edelsteinen sollst du bekleidet sein.


Das Oelder Lied

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In einem weiten Tale, von Wäldern grün umsäumt,
auf fruchtbeladner Schale mein Heimatstädtchen träumt.
Aus Ulidi und Olede sein Name ging hervor,
Als Oelde stieg mein Städtele zu Ruhm und Ehr' empor.

Den Oelder Korn, das Oelder Bier schätzt froher Zecher Kreis,
Der Schlote Rauch verkündet dir der Hände regen Fleiß.
Die Glocke läutet jeden Tag mit dem papiernen Mund,
Was in der Welt geschehen mag, das machet sie dir kund.

Mein Heimatstädtchen ist bekannt heut jedem deutschen Kind,
Den Namen trug ins weite Land, der lust'ge Oelder Wind.
Er bläst nach Ost, Süd, West und Nord, er bläst zu jeder Zeit,
Jagt allen Leut' die Grillen fort, bringt Sonn- und Heiterkeit.


A. Menne

Quelle der Lieder ist die "Geschichte von Oelde, Pfingstenkranzlieder, Volkslieder",
Eine Ausgabe der Gebr. Holterdorf, Oelde von 1950.

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Tel. 0 25 22 / 8 11 13, Fax: 0 25 22 / 96 03 43
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