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Die Geschichte vom Oelder "Windgeflüster"


Oelder "Windgeflüster"
Die Entstehung der bekannten Geschichte vom Oelder "Windgeflüster":


Der Kupferschmied, den man (hier) schaut, der pupte eines Abends laut.

Ein Schutzmann nahm ihn voll Empörung,
in Strafe wegen Ruhestörung.
Da legt der Schmied Berufung ein:
Solch Ton könnt kein Verbrechen sein.
Auch hätte er auf leerer Straßen,
nur "Oelder Winde" fahren lassen.
Die Glocke" meldete den Fall, alsbald dem ganzen Erdenball.
Und überall erscholl das Liedchen, vom fahrlässigen Kupferschmiedchen.

Nachts auf dem Heimweg von einem Biergelage. Unterwegs benimmt er sich so, als wenn er allein auf weiter Flur sei. Das hört ein Hüter des Gesetzes, der in der Nähe patroulliert. Als der Beamte diese Respektlosigkeit rügt, geht der freche Kupferschmied nicht reumütig in sich, sondern noch mehr aus sich heraus, und zwar unter verstärktem Tonfall.

Am nächsten Morgen schickt ihm die Ortspolizeibehörde folgende Strafverfügung ins Haus: "Sie haben dadurch groben Unfug verübt, dass Sie in der Nacht vom 29. zum 30 März d. J. auf öffentlicher Straße Passanten in absichtlicher Weise durch Blähungen belästigt haben. Sie werden deshalb in eine Polizeistrafe von 5 MK. genommen." Die Oelder Lokalzeitung "Glocke" ist so boshaft, den Wortlaut der Strafverfügung zu veröffentlichen und sie fügt die Bemerkung hinzu, der Kupferschmied entschuldige sich mit - "Fahrlässigkeit". Im Laufe weniger Wochen erhält der zur Tagesberühmtheit gewordene "fahrlässige Kupferschmied" aus ganz Deutschland Hunderte von Postkarten, meist von Stammtischgesellschaften, die den anrüchigen Stoff in Poesie und Prosa behandeln. Aus den deutschen Zeitungen ergeht die Nachricht in die Presse aller Länder und Erdteile über. Und alle Welt lacht.

Was der Oelder Kupferschmied verübt hatte, war ja für niemand in der Welt etwas Neues, aber unter Polizeistrafe war es seit Erschaffung des ersten Menschen noch nicht gefallen. Der "New York Herald", der die "Bomben-Nachricht" duch Kabeltelegramm erhält, widmet dem Schicksal des Oelder Kupferschmiedes einen Leitartikel mit der Überschrift: "What happened in Germany?". Dies alles und die Lästerzungen seiner Mitbürger wirken auf das Gemüt des "Fahrlässigen", der Berufung gegen die Strafverfügung eingelegt hat, derartig ein, dass er am Tage vor der allenthalben mit Spannung erwarteten Gerichtsverhandlung Oelde fluchtartig verlässt und nicht mehr gesehen wird.

Die Geschichte des "fahrlässigen Kupferschmieds" bleibt uns indes auf originelle Weise erhalten. Denn dieser Furz wird "Zahlungsmittel". Die Stadt Oelde brachte nämlich Geldscheine in Verkehr, auf denen dieser lokalgeschichtliche Vorgang aus dem Jahre 1908 verewigt worden ist. Auf der Vorderseite der im Sechsfarbendruck hergestellten Oelder Stadtgeldscheine sieht man den furzenden Kupferschmied, verfolgt von den schnüffelnden Hütern des Oelder Gesetzes.

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